Berufsbildung,Technologische Entwicklung

Vorwort (Dual 1/2018)

Vorwort

Für unsere neue März-Ausgabe der Zeitschrift „DUAL“ haben wir einen Querschnitt ganz unterschiedlicher ausbildungsrelevanter Themen zum Arbeitsmarkt in Deutschland ausgewählt. Wir möchten Ihnen mit dieser Auswahl – neben Informationen zur beruflichen Ausbildung – auch einen kleinen Einblick in aktuelle technologische Entwicklungen in Deutschland geben. 

So starten wir mit einem kurzen Abriss zur Industrie 4.0 sowie daraus resultierenden Veränderungen in der beruflichen Bildung, die vor allem die technischen Berufe betreffen. Zu diesem dynamischen Thema werden wir auch in Zukunft berichten.

Ein weiteres wichtiges Thema dieser Ausgabe ist der Bereich Umwelt. Hierzu berichten wir über  entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten und geben einen Überblick über relevante Messen. Da ökologische Fragen weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen, werden wir Sie auch zu diesem Thema weiterhin informieren.

Neben weiteren ganz unterschiedlichen Berichten, finden Sie gegen Ende dieser Ausgabe eine zusammenfassende Darstellung der Eindrücke unserer letzten Praktikantengruppe. Die Praktikanten unterstützten die Firma SWP bei der sprachlichen Ausbildung der Schüler im Trainingszentrum in Zhengzhou und traten kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest ihren Rückflug nach Deutschland an. 

Zum Schluss möchten wir Ihnen in der Rubrik „Kulturelles“ einen Einblick in unterschiedliche Sitten und Gebräuche in Deutschland geben. Passend zur Jahreszeit starten wir mit dem Karneval. 

Wir hoffen, dass Sie wieder viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe haben und wir Ihnen einen interessanten Überblick zu unterschiedlichen Bereichen der beruflichen Bildung in Deutschland geben können.

Industrie 4.0 und die duale Ausbildung

von Christian Limbeck

Die Digitalisierung ist derzeit das prägende Thema der Arbeitswelt - und wird es in den nächsten Jahren bleiben. In vielen Ländern der Welt versucht die Industrie, die technischen Entwicklungen für ihre Produktionsprozesse zu nutzen. So haben sich in den USA zahlreiche Unternehmen zusammengeschlossen und versuchen unter dem Titel „Industrial Internet Consortium“, die Digitalisierung der Fabriken umzusetzen. In China soll das Projekt „Made in China 2025“ die Verbindung von Informationstechnologie und Industrie vorantreiben. Deutschland reagiert mit der Hightech-Strategie „Industrie 4.0“ auf den digitalen Wandel, der für Politik, Unternehmen und Bildungseinrichtungen eine große Herausforderung darstellt.

Der Begriff „Industrie 4.0“ geht auf eine Initiative der Bundesregierung von 2011 zurück und bezeichnet, einfach zusammengefasst, eine smarte Fabrik. Eine Fabrik, in der Maschinen miteinander kommunizieren, sich gegenseitig über Fehler im Fertigungsprozess informieren, knappe Materialbestände erkennen und nachbestellen - also über den eigenen Fertigungsstandort hinaus vernetzt sind. Das ist die Vision hinter „Industrie 4.0“. Menschen, Maschinen und die Produkte selbst kommunizieren und arbeiten hier direkt miteinander. Eine Vernetzung von industrieller Produktion und moderner Kommunikationstechnik, die eine Verbesserung des gesamten Zyklus eines Produktes, von der Herstellung, dem Weg zum Verbraucher und letztlich dem Recyceln, ermöglichen soll.

Ein so grundlegender Wandel der Arbeitswelt fordert, wie eingangs bereits erwähnt, Unternehmen, Politik und Verbände sowie Bildungseinrichtungen. Dabei ist gerade die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ein zentraler Aspekt. Die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen in der Aus- und Weiterbildung in Schulen, Hochschulen und Universitäten sowie in den Betrieben sind ebenso von Bedeutung wie die Unterstützung der Unternehmen bei der Gestaltung des Wandels. Zu beachten ist die Gefahr einer doppelten digitalen Spaltung: zwischen großen und kleinen Unternehmen einerseits sowie zwischen hoch und niedrig qualifizierten Beschäftigten andererseits. Während Großunternehmen sich eher auf technologische Kompetenzen (z.B. künstliche Intelligenz) konzentrieren, versuchen kleine und mittelständische Unternehmen Kompetenzen in der Kundenorientierung, Organisation und Kommunikation zu erweitern.

Die Thematik der Aus- und Weiterbildung stellt für alle gleichermaßen eine Aufgabe dar, die bewältigt werden muss. Mit der Anpassung der Inhalte und Methoden von Bildungsanbietern bzw. -institutionen wird zurzeit ein wichtiger Schritt getan. Für eine erfolgreiche  und vor allem nachhaltige Qualifizierung ist es wichtig, bestehende Aus- und Weiterbildungsangebote konzeptionell aufeinander zu beziehen und Inhalte in Richtung „Industrie 4.0“ zu erweitern.

Bereits vor einer betrieblichen Ausbildung gilt es, Schülern in Zukunft noch stärker Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Das Thema Digitalisierung gehört in die gesamte Lehrplanung. Im Rahmen des dualen Ausbildungssystems in Deutschland ist es notwendig, die Ausbildung an Berufsschulen und in Unternehmen mit dem technologischen Wandel abzustimmen. Dabei wird verstärkt nicht mehr nur auf traditionelle Präsenzveranstaltungen gesetzt. Auszubildende werden immer mehr mit digitalen Lerninhalten direkt angesprochen. Verschiedene Lernmaterialien können beispielsweise über mobile Endgeräte bereitgestellt werden und in naher Zukunft könnten Lerneinheiten an die IT-Systeme der Unternehmen gekoppelt werden. So kann während der praktischen Arbeit im Betrieb eine Unterstützung stattfinden und gleichzeitig in den Produktionsprozess integriert werden. Zu beachten ist dabei auch die gezielte Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals.

Berufsbildung 4.0

Um das duale Ausbildungssystem erfolgreich mit dem Wandel der Industrie zu verbinden, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung die Initiative „Berufsbildung 4.0“ gegründet. Zwischen 2016 und 2018 wird im Rahmen dieser Studie untersucht, welche Qualifikationen und Fähigkeiten für die digitalisierte Arbeitswelt die entscheidenden sind. So sollen unter anderem Antworten auf die Fragen gegeben werden, wie zukünftige Tätigkeitsprofile zu bestehenden Aus- und Fortbildungsberufen passen oder wo sich Tätigkeitsprofile zeigen, die möglicherweise zu völlig neuen Ausbildungsberufen führen können.

Gerade der Bereich der Elektroberufe wird die Auswirkungen der Digitalisierung spüren. Die Aufgabenprofile von Mechanikern, Elektrotechnikern und Mechatronikern werden sich verändern. Voraussichtlich werden Zusammenlegungen von bisherigen Ausbildungsberufen notwendig sein.  Starke Berührungspunkte zeigen beispielsweise der Mechatroniker, der Elektrotechniker für Betriebstechnik und der Elektroniker für Automatisierungstechnik. Über eine gemeinsame Beschulung im Rahmen der dualen Berufsausbildung - die in vielen Fällen schon heute stattfindet - könnte der Weg hin zu einer Zusammenfassung dieser Berufe in eine Berufsgruppe geebnet werden.

Auf einer Veranstaltung des Bundesinstitutes für Berufsbildung zum Thema „Berufsbildung 4.0“ im September 2017 zeigte eine Umfrage unter den anwesenden Führungskräften von Berufsschulen, dass ein Großteil der Schulen in den letzten Jahren bereits erste Schritte zur Umgestaltung der Ausbildungsinhalte mit Blick auf Digitalisierung vollzogen hat. Einen Schwerpunkt legten die Berufsschulen dabei in die Anschaffung von entsprechender Ausstattung und Ausbildungsmittel. Die Umfrage (Abb.1 und 2) macht bereits deutlich, dass mit Blick auf die Ausbildung einige wichtige Entwicklungen eingeleitet sind. Gleichzeitig gilt es jedoch in Zukunft weiter zu investieren, um die „Industrie 4.0“ erfolgreich zu gestalten.

Abb. 1

Abb. 2

Quellen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung - bmbf.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Duale Berufsausbildung sichtbar gemacht

Bundesinstitut für Berufsbildung - bibb.de

Forschungsbericht acatech: Kompetenzen für Industrie 4.0. Qualifizierungsbedarfe und Lösungsansätze

Was kommt nach dem Abitur? Studium, duales Studium oder duale Ausbildung?

von Christian Limbeck

Die duale Ausbildung und das Studium sind die zentralen Bildungswege in Deutschland. Neben diesen beiden Wegen hat sich inzwischen aber auch das duale Studium etabliert. Wählt man hier die ausbildungsintegrierte Version, erhält man am Ende des Studiums nicht nur einen Studienabschluss, sondern schließt gleichzeitig eine Berufsausbildung ab. Die Version des praxisintegrierten Studiums bietet diese Möglichkeit nicht. Hier ist zwar der Praxisanteil der Ausbildung erhöht, ein Berufsabschluss wird dabei aber nicht erreicht. Ein duales Studium - das je nach Studiengang zwischen 3 und 5 Jahren dauert - bietet sich für Schüler an, die nach dem Abitur lieber praktische Erfahrungen sammeln, zugleich aber nicht gänzlich auf ein Studium verzichten wollen.

Das duale Studium bringt im Vergleich zum klassischen Hochschulstudium oder der dualen Ausbildung einige Vorteile mit sich. Ein duales Studium bietet Karrierechancen und sichert meist einen Berufseinstieg - zumindest im ausbildenden Unternehmen. Der hohe Praxisbezug, den die regelmäßige Tätigkeit im Unternehmen bedeutet, ist ein großer Vorteil im Vergleich zum klassischen Studium. Dazu erhält man eine Ausbildungsvergütung, die sich an gängigen Ausbildungsgehältern orientiert, oft aber auch deutlich höher ausfallen kann. Auch Studiengebühren werden vom ausbildenden Betrieb übernommen. Daraus entsteht in der Regel allerdings auch eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen. Diese besteht meist darin, dass Studierende nach ihrem Abschluss für einen vorher bestimmten Mindestzeitraum im Betrieb arbeiten müssen. Im Falle eines Studienabbruchs können so außerdem Rückzahlungen fällig werden.

Vergleich der verschiedenen Bildungsmöglichkeit nach dem Abitur

Ein möglicher Nachteil des dualen Studiums ist der hohe Lernaufwand, der in den Praxis- und Theoriephasen zu bewältigen ist. Die zeitliche Belastung im Vergleich zu anderen Studierenden sollte auch nicht außer Acht gelassen werden: Statt Semesterferien steht für duale Studierende die Arbeit im Betrieb an, wodurch weniger Zeit für den Lehrstoff verbleibt. Zu beachten ist ebenfalls, dass Schüler, die ein duales Studium beginnen möchten, sich direkt bei einem Unternehmen bewerben und nicht an einer Hochschule. Die Studienplätze sind hier also weitaus begrenzter.

Für eine duale Ausbildung muss, im Gegensatz zum dualen Studium, nicht zwingend das (Fach-)Abitur vorgewiesen werden. Oft ist hier ein Realschul- oder Hauptschulabschluss ausreichend. In der dualen Ausbildung ist außerdem die Auswahl an Berufsbildern wesentlich größer. Ein duales Studium ist vor allem in den Bereichen BWL, Informatik, Ingenieurswesen und im Sozialwesen möglich - demgegenüber stehen über 300 anerkannte duale Ausbildungsberufe.

 Quellen:

ausbildung.de: Duales Studium

zeit.de: Dual studieren 

Ausbildung und duales Studium im Bereich Umwelt

von Julian Junghanns

Umweltschutz hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits 1713 veröffentlichte der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz ein Schriftstück, das sich für eine nachhaltige Nutzung regionaler Forstbestände stark machte (GEO, 2018). In Deutschland und anderen alten Industrieländern folgten erste gesetzliche Regelungen zur Luft- und Wasserreinheit im 19. Jahrhundert. Gesellschaftsfähig und zentral geregelt wird der Umweltschutz als Teil des Umweltministeriums seit Ende der 1970er Jahre (bpb, 2009).

In Folge der politischen Fortschritte in diesem Bereich hat sich auch eine Umweltwirtschaft entwickelt. Diese wächst von Jahr zu Jahr und ist schon lange keine Nischenbranche mehr. Sie entsprach 2015 ca. 6% der gesamten deutschen Industrieproduktion. Eine klare Definition des Umweltschutz-Sektors gestaltet sich hingegen schwierig. Umweltbezogene Arbeitsplätze finden sich inzwischen in allen Wirtschaftszweigen und -sektoren. Sie unterscheiden sich aber in Hinblick auf die behandelten Umweltbereiche (Litho-, Pedo-, Hydro-, Atmo-, und Biosphäre) und die Art der technologischen Ausrichtung und Leistungen. Zusätzlich ist der Umweltsektor kontinuierlichen Veränderungen unterworfen, was eine einheitliche Definition weiter erschwert. Das Umweltbundesamt definiert die Umweltwirtschaft daher als „alle Unternehmen, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen anbieten“ (UBA, 2017a, S. 4). Der Springer Gabler Verlag definiert Umwelt unter anderem als Bereitstellung von Gütern und natürlichen Ressourcen zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und Produktion (Springer Gabler Verlag, 2018). Umweltschutzgüter und -dienstleistungen stellen somit diese Bedürfnisse und Produktionen unter Schutz und langfristig sicher. Zu den genannten Bedürfnissen und Gütern zählt unter anderem das Trinkwasser, die Nahrungsproduktion, Energieträger und Bodenschätze. Daher sind die Abfall- und Recyclingwirtschaft, der Gewässerschutz, die Abwasserreinigung und die Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR) genauso als Beispiele für die unterschiedlichen Bereiche der Umweltwirtschaft zu nennen, wie die Nutzung erneuerbarer Energien und Maßnahmen des Klimaschutzes (UBA, 2017a; UBA, 2017b).

Die unklare Definition des Umweltschutz-Sektors spiegelt sich auch bei dem vielfältigen Angebot an schulischen und dualen Ausbildungen und Studien wieder. Von 95 gefundenen Angeboten hatte die duale Ausbildung mit 60 Berufsprofilen den größten Anteil, gefolgt vom dualen Studium mit 21 Themen und der schulischen Ausbildung mit 14 Profilen.  Abbildung 1 zeigt die verschiedenen Themenbereiche der Angebote sortiert nach der Bildungsform. Die relativ vage Definition von Umwelt und Umweltschutz lässt sich vor allem an den Balken für Sonstige ablesen. Zum Beispiel ist hier ein dualer Studiengang Energie und Wassermanagement aufgelistet, der die Bereiche Wasser, Abwasser & Abfall und Versorgungs-, Energie- und Umwelttechnik miteinander kombiniert, ohne sich dem einen oder dem anderen Bereich unterzuordnen. Ähnliches gilt für den Ausbildungsberuf Land- und Baumaschinenmechatroniker, welcher Anwendungsbereiche im Bergbau und der Land- und Forstwirtschaft hat. Der Ausbildungsberuf Fischwirt wurde hier der Ernährungssparte zugewiesen, könnte aber auch im Bereich Wasser angesiedelt werden. Die Themenbereiche Landwirtschaft & Ernährung und Forstwirtschaft & Landschaftsbau sind in der dualen Ausbildung deshalb so groß, weil sie u.a. 6 verschiedene Pferdewirt- und 8 verschiedene Gärtner-Ausbildungen berücksichtigen. Ob man diese Berufe nun im Zusammenhang einer umwelttechnischen Ausbildung berücksichtigt hängt von der jeweiligen Definition der Umweltwirtschaft ab.

Abbildung 1: Anzahl der Angebote und Themenbereiche der Umweltwirtschaft im dualen Studium, der schulischen und der dualen Ausbildung.

Vergleich der Verschiedenen Berufsmöglichkeit im Umweltbereich

Für die Bereiche Bergbau, Naturwissenschaften, und Wasser, Abwasser & Abfall fällt auf, dass es hier nur Ausbildungen zu geben scheint. Hierzu gehören die Berufsprofile Bergbautechnologe, Biologie- und Chemielaborant, und verschiedene betriebliche Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Abwassertechnik oder Wasserwirtschaft. Abgesehen von diesen Fachkräften und Anwenderberufen, ist das Berufsbild in diesen Bereichen weiterhin stark beeinflusst durch traditionell an Fachhochschulen und Universitäten gelehrte Inhalte der technischen Planung, Durchführung und Management von Anlagen und Gebäuden sowie der ökologischen Auswertung. Studiengänge wie Umweltingenieurwesen, Bauingenieurwesen oder Umweltwissenschaften sind hier zu nennen. Diese Studiengänge sind bisher kaum oder gar nicht als duales Studium verfügbar. Es fällt weiterhin auf, dass der Bereich Energie- und Umwelttechnik nur im dualen Studium behandelt wird. Sicherlich werden diese Themen auch in den bereits erwähnten konventionellen Studiengängen sowie der Elektrotechnik erwähnt, aber in der Ausbildung scheinen sie kaum behandelt zu werden. Die Ausbildung zum Umweltschutztechniker bildet hier eine Ausnahme, allerdings ist dieses Berufsprofil nur als schulische Ausbildung möglich.

Tendenziell benötigt der Umweltsektor Fachkräfte mit einer Ausbildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften (MINT). Das Umweltbundesamt hat 2017 diesen Bildungsbereich untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es hier Verbesserungsbedarf gibt. Unter anderem wird empfohlen die Angebote von MINT und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) enger zu vernetzen und aufeinander abzustimmen. Auch sei es nötigt entsprechende Anpassungen im Schulangebot bezüglich Lehr- und Lernkonzepte vorzunehmen. Außerdem sollten die Elternhäuser verstärkt mit einbezogen und Geschlechterrollen neugedacht werden. Bisher würden überwiegend männliche Jugendliche eine Berufskarriere im Bereich MINT und Umweltsektor erwägen. Hier müsste die Gesellschaft und Bildung ansetzen, um den Bereich auch für weibliche Auszubildende und Schülerinnen attraktiv zu gestalten (UBA, 2017b).  

Deutsche Umweltschutzprodukte und -technologien besitzen eine hohe Wertschätzung in der Welt. In den letzten Jahren wächst allerdings die Konkurrenz, insbesondere durch die aufstrebenden Schwellenländer, in denen eine erhöhte Nachfrage für diese Güter existiert. Besonders China ist hier auf dem Vormarsch: Im Land der Mitte wurde das internationale Handelsaufkommen von Umweltschutzgütern in der Zeit von 2002 bis 2015 mehr als verdreifacht (UBA, 2017a).

Quellenangabe:  

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb; 2009): Geschichte der deutschen Umweltpolitik. [online] Verfügbar unter: http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61136/geschichte

G+J Medien GmbH (Herausgeber der GEO; 2018): Eine (sehr) kurze Geschichte des Umweltschutzes. [online] Verfügbar unter: https://www.geo.de/natur/oekologie/3424-rtkl-umweltschutz-eine-sehr-kurze-geschichte-des-umweltschutzes

Springer Gabler Verlag (Herausgeber; 2018): Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: natürliche Umwelt. [online] Verfügbar unter:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/57499/natuerliche-umwelt-v7.html

Umweltbundesamt (UBA; 2017a): Die Umweltwirtschaft in Deutschland – Entwicklung, Struktur und internationale Wettbewerbsfähigkeit. S. 1-20. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/die-umweltwirtschaft-in-deutschland-0

Umweltbundesamt (UBA; 2017b): MINT the gap – Umweltschutz als Motivation für technische Berufsbiographien? Eine Bestandsaufnahme. S. 1-136. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/mint-the-gap-umweltschutz-als-motivation-fuer

Freiwillige Dienste in Deutschland

von Julian Junghanns

Nach Abschluss der Schulzeit stellt sich für viele Schüler in Deutschland die Frage, wie es weitergehen soll. Welcher Beruf ist für mich der Richtige? Soll ich studieren oder lieber eine Ausbildung machen? Hilfestellung und eine erste Berufserfahrung bieten hier freiwillige Dienste. Sie geben jungen Erwachsenen die Möglichkeit, einen Beruf oder ein Berufsfeld ähnlich einem Praktikum auszuprobieren und dienen so als gute Orientierung in der Berufswahl.

Diese Dienste und ihre verschiedenen Eigenschaften sollen jetzt einmal kurz vorgestellt werden. Man unterscheidet in Deutschland im Allgemeinen die folgenden 3 Dienste:

Das FSJ wird zum Teil noch weiter unterteilt mit besonderem Augenmerk auf Kultur oder Politik (u.a.). Es dauert in der Regel 12 Monate (1. Sept.-31. Aug.), kann aber nach Absprache auch kürzer oder länger gehen. Menschen, die ein FSJ absolvieren bekommen Einblicke in soziale Berufe wie die Alters- oder Krankenpflege, die Kinder- und Jugenderziehung und kirchliche und kulturelle Arbeit. Das FSJ wird mit einem Taschengeld vergütet, das je nach involviertem Partner in seiner Höhe variieren kann.

Das FÖJ unterscheidet sich in seinen Bestimmungen wenig vom FSJ. Der Fokus liegt hier allerdings dem Namen nach auf dem ökologischen, umweltbezogenen Berufsfeld. Erfahrungen können demnach in Bereichen der Garten- und Landschaftspflege, der Umweltbildung oder der Umwelttechnik und dem Umweltmanagement gesammelt werden. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) oder Greenpeace Deutschland können hier genauso Partnerorganisationen sein, wie öffentliche Stellen in Umweltbüros, Schulen oder Kliniken. 

Den Bundesfreiwilligendienst gibt es seit 2011 in Deutschland. Dieser hat die Nachfolge des Zivildienstes angetreten. Ähnlich dem FSJ und FÖJ liegt die Dauer in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten und kann maximal 2 Jahre betragen. Während das FSJ und FÖJ sich allerdings an Menschen im Alter bis 27 Jahren richtet, ist der BFD frei von solchen Altersgrenzen.  Auch bietet der BFD sämtliche Berufsfelder an. Die Wahl zwischen FSJ/FÖJ und BFD hängt daher häufig von der beteiligten Institution oder dem lokalen Angebot ab.

2011 haben 35.000 Jugendliche ein FSJ gemacht, dem stehen für das FÖJ in 2012 3.000 Jugendliche gegenüber. Den BFD haben 2017 44.495 Menschen geleistet, davon waren 73% in dem gleichen Alter wie die Teilnehmer von FSJ und FÖJ.  

Alle Freiwilligendienste zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Zusammenarbeit ihrer Dienstleistenden mit ausgebildeten Fachkräften in den jeweiligen Betrieben, Vereinen und öffentlichen Institutionen fördern. Darüber hinaus werden Seminare und Weiterbildungen angeboten, die einen Erfahrungsaustausch der Dienstleistenden untereinander und die Erarbeitung von Kernkompetenzen in den jeweiligen Berufsfeldern ermöglichen. Die angebotenen Seminare werden pädagogisch und durch eine unabhängige Trägerinstitution begleitet und organisiert. Sie erleichtern den Einstieg in neue und fremde Berufsfelder.

Der Abschluss des Freiwilligendienstes wird in der Regel durch ein entsprechendes Zeugnis, das sämtliche geleistete Arbeit und gewonnenen Qualifizierungen dokumentiert und zukünftigen Bewerbungen beigelegt werden kann, bestätigt. So dient diese Zeit nicht nur der persönlichen und beruflichen Findung, sondern bedeutet eine direkte und fachspezifische Weiterbildung und Qualifikation.

Für die beteiligten Institutionen lohnen sich die hier vorgestellten Freiwilligendienste vor allem zur langfristigen Werbung von zukünftigen Auszubildenden und der kurzfristigen Nutzung von günstigen, lernfähigen und hochmotivierten Arbeitskräften.

Welche Herausforderungen bestehen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland?

von Christian Limbeck

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenzahlen sind auf einem historischen Tiefpunkt und dennoch hat auch der deutsche Arbeitsmarkt mit Problemen zu kämpfen.  Ein immer wieder genannter Begriff ist in diesem Zusammenhang der Fachkräftemangel. Eine der Ursachen hierfür ist die Bevölkerungsentwicklung. Bis 2035 werden viele Fachkräfte in den Ruhestand wechseln, gleichzeitig wird es weniger Jugendliche geben, die die Schulen verlassen und eine duale Ausbildung aufnehmen könnten.

Während dies eher ein Problem der Zukunft darstellt, suchen bereits heute einige Ausbildungsbetriebe immer häufiger erfolglos nach entsprechend qualifizierten jungen Menschen. Seit 2013 zeigt sich ein Trend, der für viele Betriebe ein Problem bedeutet: Weniger junge Menschen beginnen eine duale Berufsausbildung als ein Studium.

Eine Entwicklung, die sich auch mit der oft herrschenden Meinung erklärt, das Abitur sei mittlerweile eine Art Mindestabschluss. Zu Grunde liegt die Idee, dass nur das Abitur optimal auf eine erfolgreiche Berufstätigkeit vorbereitet. Dies führt schlussendlich zu der höheren Neigung, ein Studium statt einer betrieblichen Ausbildung zu beginnen.

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, wird nun in Erwägung gezogen, eine ausgewogenere Berufsorientierung und -beratung an allen Schulformen aufzubauen - auch an Gymnasien. Dabei sind gezielte Informationen über Vorteile und Karrierechancen des dualen Systems entscheidend. Zusätzlich sollte über Maßnahmen zur attraktiveren Gestaltung des dualen Systems nachgedacht werden, wie beispielsweise eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Die duale Ausbildung und das Studium sind die zentralen Bildungswege in Deutschland. Ein ausgewogenes Verhältnis dieser Systeme ist also von entscheidender Wichtigkeit, gerade im Hinblick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel.

Problemfelder

Auf dem Ausbildungsmarkt sind sowohl Jugendliche als auch Betriebe mit weiteren Problemen konfrontiert. In einigen Regionen besteht ein Missverhältnis von Angebot und Nachfrage. Nicht alle Jugendlichen, die eine bestimmte Ausbildung suchen, finden diese in ihrer Region. Gleichzeitig gibt es Regionen, in denen es Ausbildungsbetrieben nicht gelingt, ihre Stellen mit Auszubildenden zu besetzen.

Unternehmen müssen aber nicht nur mit diesen regional bedingten Schwierigkeiten umgehen. Vor allem Betrieben in Branchen, die weniger nachgefragt sind, wie das Lebensmittelhandwerk oder das Reinigungsgewerbe, fällt es oft schwer Nachwuchskräfte einzustellen. Im Gegensatz dazu sind beliebte Ausbildungsplätze - z.B. im Medien- oder Sportbereich - in der Regel von einem Überangebot an Bewerbern betroffen.

Um diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern sind Kooperationen und Unterstützungen notwendig, die überregional funktionieren. Eine Möglichkeit wäre die Mobilität von Auszubildenden zu erhöhen, sei es durch ein Jobticket oder einen Firmenwagen. Aber auch die Unternehmen selbst müssen in Zukunft Änderungen bei ihrer Bewerbersuche vornehmen und ihr Einstellungsverhalten ändern. Die deutsche Handwerkskammer geht hier bereits mit kreativen Beispielen voran. Mit aufwendig produzierten und humorvollen Videoclips, wird die Zielgruppe direkt angesprochen. Da gerade dem Handwerk Auszubildende fehlen, fordert die Handwerkskammer von Bildungseinrichtungen, Schüler genauer über die Möglichkeiten der mehr als 130 verschiedenen Ausbildungsberufe im Handwerk zu informieren.

Ein vielversprechender Versuch, dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegenzuwirken ist das sogenannte Berufsabitur. Ab 2018 testen einige Bundesländer dieses Modell, in dem Auszubildenden die Möglichkeit geboten wird, innerhalb von vier Jahren nicht nur eine Berufsausbildung abzuschließen, sondern gleichzeitig auch die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Arbeitsbezogene Lehrbücher Deutsch für Auszubildende mit Migrationshintergrund

Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Geflüchteten in die duale Ausbildung

Abgesehen von diesen Schwierigkeiten, mit denen der deutsche Arbeitsmarkt zu kämpfen hat, ist weiterhin die Eingliederung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und vor allem die hohe Zahl junger Geflüchteter in die duale Ausbildung, eine zu lösende Aufgabe. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in der Berufsausbildung noch immer weniger vertreten. Sie verfügen zwar insgesamt über niedrigere Schulabschlüsse, aber auch bei gleichen schulischen Voraussetzungen sind ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich niedriger. Werden weitere Faktoren, wie das Such- und Bewerbungsverhalten, die Berufswahl und der Ausbildungsmarkt am jeweiligen Wohnort miteinbezogen, bleiben die Chancen von Bewerbern mit Migrationshintergrund schlechter. Einiges deutet darauf hin, dass Betriebe jungen Migranten gegenüber eher Vorbehalte haben, als jungen Menschen ohne Migrationshintergrund. Eine bedenkliche Entwicklung, die weiterer Initiativen seitens Politik und Bildungseinrichtung bedarf. Vor allen Dingen ist aber ein Umdenken in den Ausbildungsbetrieben notwendig.

Neben Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die schon seit längerer Zeit in Deutschland leben bzw. hier geboren sind, ist die große Anzahl Geflüchteter eine Herausforderung - aber auch Chance - für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Die Bildungsintegration Geflüchteter mit Bleibeperspektive erfordert erhebliche Anstrengungen von Wirtschaft und Politik. Das deutsche Berufsbildungssystem muss sich auf eine steigende Nachfrage nach berufsbezogenen Sprachkursen, Berufsorientierung, Berufsausbildung und Nachqualifizierung vorbereiten. Beachtet werden muss dabei die Beibehaltung der Qualitätsstandards der dualen Berufsausbildung. Gleichzeitig müssen Ausbildungsangebote der Vielfalt der Bildungsvoraussetzungen, den Fluchterfahrungen und dem Alter der Geflüchteten angepasst werden. Ebenso muss ausreichend Zeit für die Vermittlung grundlegender Kompetenzen eingeplant werden, denn aktuell zeigt sich bereits, dass viele Geflüchtete länger in Integrationsmaßnahmen und Sprachkursen verweilen als zunächst erwartet. Solange die Berufsausbildung als Investition in eine langfristige Integration in Deutschland angesehen wird, zahlt Geduld sich jedoch aus. So können Geflüchtete in Zukunft ein wichtiger Faktor werden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Seite der Betriebe signalisiert bereits seit 2016 aktive Bereitschaft, Geflüchtete auszubilden. Mitte 2017 waren bereits 15.000 junge Geflüchtete in einer dualen Ausbildung in einem Betrieb der deutschen Industrie- und Handelskammer beschäftigt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung teilt mit, dass 2017 von insgesamt 26.500 Bewerbern mit Fluchthintergrund mehr als ein Drittel eine Ausbildung begonnen hat oder an einer anderen Eingliederungsmaßnahme teilgenommen hat. Defizite sind noch in Branchen zu beklagen, in denen eine besonders hohe Sprachfertigkeit nötig ist,  wie beispielsweise im Finanz- oder Versicherungswesen. Generell kann in diesem Zusammenhang aber zuversichtlich in die Zukunft geblickt werden.

Insgesamt positive Entwicklung des deutschen Ausbildungsmarktes

Auch wenn der deutsche Arbeitsmarkt und hier insbesondere der Bereich der dualen Ausbildung einigen Herausforderungen begegnet, ist insgesamt ein positiver Eindruck zu vermelden. Es wurden zahlreiche erfolgversprechende Initiativen in die Wege geleitet, trotz der erwähnten und immer weiter steigenden Studierneigung junger Menschen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2017 gestiegen. Besonders das Handwerk und der öffentliche Dienst haben hier Zuwächse zu verzeichnen. Vielleicht ein erster Erfolg der initiierten Kampagnen.

Im europäischen und internationalen Vergleich steht Deutschland dazu noch immer sehr gut dar und verzeichnet mit 7% eine außerordentlich niedrige Rate an Erwerbslosen unter 25 Jahren.

Quellen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf.de): Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern sich weiter

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Duale Berufsausbildung sichtbar machen

Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb.de): Berufsausbildung - Schlüssel zur Integration

Spiegel Online: Wie das Handwerk um Azubis kämpft

DIHK: Ausbildung 2017. Ergebnisse einer DIHK-Online-Unternehmensbefragung

Mona Granato und Frank Neises (Hrsg.): Geflüchtete und berufliche Bildung

Deutscher Industrie- und Handelskammertag: Akademische versus berufliche Bildung - Mit Vorurteilen aufräumen!

Unterrichten im Smart Factory von Henan Mechanical und Electircal College

Impression von der didacta 2018 in Hannover

Impression von der didacta 2018 in Hannover

Berufs- und Studienmessen als Informationsquelle für die Wahl der richtigen Ausbildung

von Julian Junghanns

In Deutschland gibt es viele Wege, die richtige Ausbildung oder Passende Studium für sich zu finden. Neben einem satten Online-Angebot ermöglichen vor allem Messen den Schüler sich über Universitäten, Fachhochschulen und Ausbildungsbetriebe zu informieren. Diese Berufs- und Studienmessen ermöglichen den direkten Austausch zwischen Betrieben, Hochschulen und Universitäten und den Schülern und Absolventen. Zusätzlich werden häufig auch Informationen zu Freiwilligendiensten, Praktika und Fort- und Weiterbildungen angeboten. Letztere erweitern den Kreis der Besucher um Berufs- und Quereinsteiger. Die meisten Berufs- und Studienmessen werden von einem Rahmenprogramm begleitet, das sich durch Mitmachaktionen, Fachvorträge, oder themenspezifische Workshops auszeichnet.

Es gibt eine Vielzahl von Berufs- und Studienmessen in Deutschland. Viele sind regional gebunden – sie informieren hauptsächlich über die Ausbildungsmöglichkeiten, Fachhochschulen und Universitäten der Region. Es gibt auch Messen, die in verschiedenen Städten mit dem gleichen Konzept und einer bundesweiten Ausrichtung stattfinden. Gemessen an den 15 größten Städten Deutschlands sind dies insbesondere:
1 vocatium (in 14 von 15 Großstädten)

2 stuzubi Schülermesse (in 12 von 15 Großstädten)

3. jobmesse (in 11 von 15 Großstädten)

4 einstieg (in 6 von 15 Großstädten)

5 parentum, Jobmesse, HORIZON (jeweils in 4 von 15 Großstädten)

Die Standorte Hamburg und Berlin führen mit jeweils 9 Berufs- und Studienmessen im Jahr 2018 die Spitze an. Dahinter folgen Hannover und Nürnberg mit jeweils 6, Frankfurt, Leipzig, und München mit 5 und Köln und Düsseldorf mit 4.

Aus der folgenden Abbildung lassen sich die Messen, die im ersten Halbjahr 2018 in Nordrhein-Westfalen stattfinden, ablesen. Hier gilt zu betonen, dass es sich dabei um Veranstaltungen handelt, die über Ausbildung und Studium allgemein informieren. Dies kann im regionalen, bundesweiten oder internationalen Rahmen geschehen. Nicht gelistet werden fachspezifische Messen, wie die Ausbildungsmesse Spedition & Logistik in Hamburg oder der jobvector career day in München für Naturwissenschaftler, Mediziner, Informatiker und Ingenieure. Schüler*innen, die diese Messen besuchen, wissen bereits in welchem Bereich sie später einmal beruflich tätig sein möchten. Der Fokus ist hier hingegen auf Messen gelegt, die jenen helfen sollen, die sich ihrer Sache noch nicht sicher sind.

didacta die Bildungsmesse 2018 – ein kurzer Rückblick

von Julian Junghanns

Die didacta ist Europas größte Bildungsmesse, die umfassend zu den Themen Frühe Bildung, Schule/Hochschule, und Berufliche Bildung/Qualifizierung informiert. In diesem Jahr wurde zusätzlich ein Fokus auf die Chancen und Probleme der Digitalisierung gelegt. In der Zeit vom 20.-24. Februar 2018 fand die Messe dieses Jahr in Hannover statt. Insgesamt kamen über 73.000 Besucher und es präsentierten sich 840 Aussteller aus aller Welt. Das Messegelände war täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und die didacta präsentierte sich in den Hallen 11, 12 und 13 sowie dem Convention Center (CC). Wenn man durch den Eingang West 1 von der S-Bahn-Station Hannover Messe/Laatzen kommend das Messegelände betrat, eröffnete sich einem zu allererst die Halle 13 mit ihren Angeboten und Ausstellern im Bereich Berufliche Bildung/Qualifizierung und Digitalisierung. Hier präsentierten sich Unternehmen wie FESTO oder Dr.-Ing. Paul Christiani. Auch fanden in dieser Halle die Veranstaltungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen des Forum didacta DIGITAL statt. Unter anderem wurde hier zu den Regierungsprogrammen verschiedener Nationen in Sachen Digitalisierung referiert und verschiedene Techniken, Programme und Technologien der Industrie 4.0 vorgestellt. Halle 12 widmete sich gänzlich den Themen der Schulbildung und Hochschule. Diese Halle wurde von den verschiedenen Anbietern und Verlagen für Lehrbücher dominiert. Darüber hinaus präsentierten sich vermehrt Unternehmen, die Taschen, Büromaterial oder Stühle speziell für Lehrer anbieten. Außerdem warben hier Zeitschriften wie ’Spektrum der Wissenschaft’ oder NGOs wie Greenpeace für sich und ihre Angebote im Bereich der Bildung. Die Veranstaltungen, die hier stattfanden, richteten sich vermehrt an Schüler ind Lehrer. Sie thematisierten das System Schule, Auslandsaufenthalte, Praktika und ähnliches. Die Halle 11 schließlich informierte zu gleichen Teilen in den Bereichen Schule/Hochschule und Frühe Bildung. Neben Informationen zur Ausstattung von Kindergärten, Kitas und Schulen, präsentierten sich hier Aussteller im Bereich Gastronomie und Verpflegung und öffentlicher Einrichtungen und Ämter wie das Bundesinformationszentrum (BIZ) Landwirtschaft oder das Bundesfamilienministerium. Im Convention Center zu guter Letzt fanden sämtliche Seminare und Fachdiskussionen des Rahmenprogramms statt.

Podiumsdiskussion Around the World, quest for new qualifications mit Vertretern aus Mexiko, China, Russland, Deutschland, Südafrika und den USA zu Fragestellungen der Digitalisierung

Umweltmessen in Deutschland 2018

von Julian Junghanns

Fachkräfte der deutschen Umweltwirtschaft können sich auf Messen in Deutschland und dem europäischen Ausland über ihren jeweiligen Arbeitsbereich informieren, fortbilden und vernetzen. Diese Umweltmessen können sich hierbei gänzlich auf Fachkräfte fokussieren oder auch für die Allgemeinheit geöffnet sein.

Eine Suche nach Messen mit den Stichwörtern Umwelt, Nachhaltigkeit, Wasser, Boden und Luft zeigte, dass es in Deutschland vielerorts hauptsächlich Baumessen mit dem Fokus auf das Eigenheim und Messen zu fairer oder vegetarischer/veganer Ernährung gibt. Die übrigen Messen wurden in die folgenden Kategorien (I. Energie, Energieeffizienz & Energiespeicher; II. Wasser, Abwasser, Abfall und Rohstoffe; II a. Kombination I. & II.; III. Logistik, Transport & Mobilität; IV. Land- & Forstwirtschaft, Garten; V. Sonstiges) geordnet und werden in Abbildung 1 und 2 mit ihren Namen, Terminen und Standorten aufgelistet.

Es fällt auf, dass die Mehrheit der Umweltmessen aus dem Energiesektor stammt. Hier spalten sich die Messen in allgemeine und spezielle Messen, die über Energieträger und -anbieter informieren (37,5%), Fachmessen zum Thema Windenergie (25%), Messen für Kraftwärmekopplung (En+Eff, interCOGEN®, CEB®; 19%), und Messen zu verschiedenen anderen speziellen Themenbereichen innerhalb des Sektors (18,5%). Besonders hervorzuheben sind die Messen ENERGY STORAGE EUROPE vom 13.03.-15.03.2018 in Düsseldorf und The Smarter E vom 20.06.-22.06.2018 in München. Energiespeichern kommt eine herausragende Bedeutung in der großräumigen Nutzung von erneuerbaren Energien zu. Möchte man in Zukunft Strom hauptsächlich von Sonne und Wind beziehen, braucht man Speicher, um die Technologien vollständig auszunutzen und Unterschiede im Verbrauch und der Produktion ausgleichen zu können. Die ENERGY STORAGE EUROPE ist eine internationale Konferenz und Messe für diese Technologien und Energieträger.  Mehr als 160 Aussteller, Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren sich, ihre Forschungsergebnisse und Produkte. The Smarter E ist eine Sammelmesse, die sich aus den Messen EM-POWER EUROPE, POWER2DRIVE, Intersolar Europe, und ees Europe zusammensetzt. Diese Messen informieren über intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden (EM-POWER EUROPE), Ladeinfrastruktur und Elektromobilität (POWER2DRIVE), die Solarwirtschaft und ihre Partner (Intersolar Europe) und Batterien und Energiespeichersysteme (ees Europe). Letztere ist Europas größte internationale Messe für diesen Bereich.

Neben diesen 16 Umweltmessen aus dem Energiesektor gibt es noch 17 weitere aus anderen Sektoren. Die Mehrheit dieser Messen findet im ersten Quartal 2018 statt. Die Messen E-world energy & water und SHK Essen in Essen bieten ein gemischtes Programm aus dem Energie- und Wassersektor an. Die Bereiche der Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Abfallbeseitigung und des Roh- und Wertstoffmanagements sind bei 4 Messen vertreten. Die IFAT in München ist hier die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Es wird über Umwelttechnologien der Wassergewinnung, Meerwasserentsalzung, Wasser- und Abwasserbehandlung, Wasserverteilung und Kanalisation, Küsten- und Hochwasserschutz, Abfallentsorgung und Recycling, Energiegewinnung aus Abfallstoffen, Straßenreinigung, Altlastensanierung und Bodenaufbereitung, Abgas- und Abluftreinigung, Lärmminderung und Schallschutz, Mess-, Regel- und Labortechnik informiert. Ähnlich der POWER2DRIVE informieren die Messen auto motor sport i-Mobility und IONICA über das Thema E-Mobilität, während die Trans-Log-Intermodal sich der Logistik und Transportbranche widmet. Des Weiteren gibt es drei Messen in den Bereichen der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus. Diese scheinen aber größtenteils regional bestimmt zu sein. Zu guter Letzt gibt es dann noch diverse Fachmessen in den Bereichen des Schadstoffmanagements (DCONex), der industriellen Instandhaltung (Maintenance Dortmund), der Filter- und Trenntechnik (FILTECH) und allgemeine Messen im Bereich der Umwelttechnik und nachhaltigen Entwicklung (Landshuter Umweltmesse & eco.naturkongress).

Die ASC Ausbildung & Service GmbH präsentierte sich erfolgreich auf der Messe „Education +“ vom 19. – 21. Oktober 2017 in Nanjing

von Heinke Mahler-Schintag

Die relativ junge Bildungsmesse wurde 2017 zum zweiten Mal ausgerichtet. Standort war das Nanjing International Expo Centre (NIEC) in Nanjing/Jiangsu.

Inspiriert durch die deutsche internationale Bildungsmesse „didacta“, die jährlich in Deutschland stattfindet, wurde diese Messe von der Tochterfirma der Messe Stuttgart, der Nanjing Stuttgart Joint Exhibition Ltd. und der SINOMACH (China National Machinery Industry Corporation) in Nanjing durchgeführt.

In den verschiedenen Ausstellungsbereichen – Informationstechnologie, Produktion/Maschinenbau, Landwirtschaft, Hospitality und Berufsbildung präsentierten sich Aussteller aus unterschiedlichen Regionen und Ländern. Knapp 60 % der Aussteller kamen aus dem Ausland. Deutschland präsentierte sich mit Ausstellern aus ganz unterschiedlichen Bereichen auf einem großen Gemeinschaftsstand.

Die Firma ASC Ausbildung & Service GmbH aus Düsseldorf war mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten. Obwohl die Firma ASC auch mehrere Schwerpunkte in technischen Bereichen der dualen Berufsausbildung hat, konzentrierte sich ASC auf dieser Messe vornehmlich auf die Darstellung der dualen beruflichen Ausbildung im Bereich der Altenpflege in Deutschland.

In Zusammenarbeit mit ihrem chinesischen Partner, der Firma SWP aus Beijing, führt die Firma ASC bereits seit mehreren Jahren ein Austauschprogramm für chinesische Schüler von Hygieneschulen in China zur Ausbildung in der Altenpflege in Deutschland durch.  Dieses Projekt stieß auf großes Interesse bei den Besuchern und konnte auch Interessenten direkt vor Ort detailliert erläutert werden.

Im Rahmen des Projektes der „dreijährigen bezahlten Ausbildung“ für chinesische Schüler in Deutschland können diese Schüler eine qualifizierte Ausbildung in der Altenpflege abschließen. Neben dem neuen fachlichen Wissen sammeln die Schüler während ihrer Zeit in Deutschland auch vielfältige Auslandserfahrungen.

Aufgrund des regen Interesses der Besucher auf dieser Messe und sowie der zahlreichen Nachfragen sieht ASC für dieses Projekt ein großes Potential und freut sich schon darauf, auf der nächsten „Education+“ in Guangzhou auch dortigen Schulleitern und Schülern dieses Projekt erläutern zu dürfen.

Symposium zum Erfahrungsaustausch in der beruflichen Bildung

von Heinke Mahler-Schintag

Am 1. und 2. November 2017 fand in  Zhengzhou im „Henan Mechanical and Electrical Vocational Collage“ und in der „Zhengzhou Health School“ ein Symposium zum Erfahrungsaustausch in der Berufsbildungskooperation von China und Deutschland statt.

Während der Veranstaltung des „Projektbüros für chinesisch-deutsche Kooperation in der Berufsausbildung des Bildungsministeriums der Provinzregierung Henan“ und des „Henan Berufs- und Technikausbildungsvereins“ nutzten mehr als einhundert Teilnehmer aus acht verschiedenen Provinzen die Möglichkeit, sich über die aktuellen Berufsbildungsgänge des „Henan Mechanical and Electrical Vocational College“ zu informieren, in denen jetzt bereits in Anlehnung an die duale berufliche Bildung in Deutschland ausgebildet wird.

Am ersten Veranstaltungstag (01.11.2017) standen die technisch ausgerichteten Ausbildungsgänge, wie z.B.  Mechatronik, Lagerlogistik und Veranstaltungstechnik und -management im Mittelpunkt.  In diesen Bereichen blickt das „Henan Mechanical and Electrical Vocational College“ bereits auf eine langjährige Zusammenarbeit mit Deutschland zurück, der Start hierzu erfolgte bereits im Jahr 2006.

Über die Firma SWP in Beijing und ASC Ausbildung & Service GmbH in Düsseldorf werden stets alle Informationen zur dualen Berufsausbildung – wie sie in Deutschland Anwendung findet – auch den chinesischen Partnerschulen übermittelt. So ist gewährleistet, dass sich die Partnerschulen stets auf dem aktuellen Niveau der Ausbildung bewegen. Neben diesen Informationen werden auch Schulungen für chinesische Lehrkräfte zur Weiterbildung in China und auch in Deutschland angeboten.

Der zweite Teil der Veranstaltung fand am darauffolgenden Tag in der „Zhengzhou Health School“ statt. Im Mittelpunkt dieses Tages stand der Austausch und die Information zum gemeinsamen Projekt im Bereich der beruflichen Ausbildung (bezahlte 3-jährige Ausbildung in Deutschland). Die Firma ASC Ausbildung & Service GmbH stellte das Projekt und die aktuelle Situation detailliert dar. Die Zhengzhou Health School sowie zwei weitere Partnerschulen (aus Dengzhou und Puyang) konnten im Rahmen dieses Projektes bereits Schüler ihrer Schulen zur dualen Ausbildung nach Deutschland senden.

Schüler, die die Chance zu einer dualen Ausbildung im Bereich Altenpflege in Deutschland nutzten möchten, können sich dafür bewerben. Grundvoraussetzung dafür sind gute Deutschkenntnisse, die bereits in China erworben werden müssen. Dies ist Voraussetzung für die Erteilung eines Ausbildungsvisums durch die deutsche Botschaft in Beijing. Ferner müssen die Schüler mindestens 18 Jahre alt sein.

Abhängig vom Start der Ausbildung in Deutschland , die meist im Herbst – gelegentlich auch im Frühjahr – beginnt, können die chinesischen Schüler dann zusammen mit den deutschen Auszubildenden hier in Deutschland ihre Ausbildung machen.

Während der Veranstaltung gab es sehr positive Rückmeldung zu den Informationen zur dualen beruflichen Ausbildung sowie der Darstellung der Möglichkeiten für die chinesischen Schüler von Hygieneschulen in China, einen weiteren beruflichen Schritt mit einer Ausbildung in Deutschland zu machen.

Auch wenn der Ausbildungsweg dieser Schüler sehr lang ist, so sind die Chancen nach Abschluss der Ausbildung sehr vielfältig. Zunächst besteht die Möglichkeit weiterhin in Deutschland zu bleiben, um hier zu arbeiten und durch entsprechende weitere Fortbildungen sehr schnell aufzusteigen, oder u.U. sogar noch ein Fachstudium anzuschließen.

Aufgrund der demographischen Entwicklung werden aber auch in China zunehmend hochqualifizierte Pflegekräfte benötigt, die den Aufbau und Betrieb qualifizierter Pflegeeinrichtungen unterstützen können. So ergeben sich auch im Falle der Rückkehr nach China glänzende Karriereaussichten.

Besonderen Praxisbezug erhielt die Veranstaltung auch durch die Teilnahme verschiedener deutscher Vertreter von Pflegeeinrichtungen bzw.  Schulen bzw. Schulungsinstituten, die im Rahmen von Vorträgen die Situation der Pflege sowie die aktuellen Bedingungen für die bereits in Deutschland befindlichen chinesischen Schüler darstellen konnten. Ebenso hatten die aktuellen Schüler der „Zhengzhou Health School“ die Gelegenheit, sich ein Bild zum Unterricht in Deutschland zu machen und auch selber Fragen zu „Land und Leuten“ zu stellen.

Während der Veranstaltung wurden zudem Kooperationen mit anderen Provinzen unterschrieben, um mit dortigen Bildungsinstituten ebenfalls eine Zusammenarbeit im Bereich der Dualen Beruflichen Ausbildung zu entwickeln.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass diese Veranstaltung einen regen Austausch im Bereich der Dualen Beruflichen Bildung bot und sich vielfältige Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte ergeben haben.

Erfahrungen unserer deutschen Praktikanten in China

von Christian Limbeck

Nachdem die Praktikanten Tobias Rothe, Oliver Brützel und Leonie Winheller Ende Januar 2018 aus Zhengzhou zurückgekehrt sind, fällt ihre Bilanz durchaus positiv aus. Getreu dem Motto „Aller Anfang ist schwer“ stand zu Beginn der Praktika erstmal die Eingewöhnung in die für westliche Augen fremde Kultur Chinas an.

Alles in China ist gleich mehrere Nummern größer als in der Heimat. Allein die Provinz Henan, in der die Praktiktanten unterrichteten, hat mehr Einwohner als Deutschland. Im Alltag war es interessant und beeindruckend zu beobachten, wie mit den Mengen an Menschen - z. B. in der U-Bahn - umgegangen wird. Natürlich gibt es auch kulturelle Unterschiede. Geräuschvolles Schlürfen und Schmatzen beim Essen gehören in China zum guten Ton, Schlange stehen scheint eher unüblich zu sein und trotz Menschenmassen geschieht das Ein- und Aussteigen in Busse und Bahnen gleichzeitig. Gewöhnen mussten die Praktikanten sich auch daran, oft fotografiert, gefilmt oder gegrüßt zu werden, schließlich sind Ausländer schnell identifiziert. Keine Seltenheit sind Antworten, auf die man sich - beispielsweise bei Fragen nach einem Weg - nicht immer verlassen kann. Dies sind einige der offensichtlichen Unterschiede, daneben gibt es natürlich weitere, die erst nach einem gewissen Zeitraum wirklich auffallen. Generell sollten sich hier aber nicht zu viele Gedanken gemacht werden. Chinesen sind grundsätzlich sehr hilfsbereit und mit dem einen oder anderen Fauxpas, den Ausländer sich meist zwangläufig leisten, wird sehr nachsichtig umgegangen.

Die Sprache ist natürlich eine Barriere, die gerade am Anfang nur sehr schwer zu überwinden ist. Für die Praktikanten hat sich die App „Baidu Translate“  als große Hilfe erwiesen. Mit ihr lassen sich über die Kamera des Smartphones Schriftzeichen einscannen und übersetzen. Nach einer Weile stellten sie außerdem fest, dass die Kommunikation mit Händen und Füßen - auch dank der erwähnten Hilfsbereitschaft der Chinesen - erstaunlich gut funktioniert. Zusätzlich ist es im Alltag durchaus hilfreich, ein kleines Wörterbuch dabei zu haben.

Wohnen und Freizeit

Die Praktikanten lebten in Appartements in einer Wohnsiedlung nahe des Campus, an dem der Unterricht stattfand. Am Eingang zu dieser Siedlung befindet sich ein Supermarkt, der Lebensmittel und Dinge für den täglichen Bedarf anbietet. Auf dem Campus gibt es außerdem einige kleine Läden, unter anderem einen Obststand, einen Bäcker und einen Friseur. Im näheren Umfeld sind dazu noch mehrere Shoppingmalls, ein Outletcenter mit bekannten Markenprodukten und ein internationaler Supermarkt zu finden, in denen man günstig einkaufen kann.

Die Freizeitgestaltung wurde ganz individuell gestaltet. Unsere Praktikanten waren positiv überrascht von der Vielfältigkeit Chinas. Die Wochenenden boten die Möglichkeit, in verschiedenen Städten das moderne China kennenzulernen. Genauso können aber in vielen Regionen noch die traditionellen Aspekte der chinesischen Kultur erlebt werden. Auch landschaftlich hat China einiges zu bieten: vom Bergpanorama über Küstenregionen bis zu weitläufigen Wäldern und vielem mehr, ist alles zu finden. Für Reisen sind die Schnellzüge zu empfehlen, die komfortabel und deutlich günstiger als Flüge sind.

Spannend ist es auch, die chinesische Küche zu erkunden. Diese hat für jeden etwas zu bieten, eine gewisse Neugier für neue Gerichte und Lebensmittel sollte man mitbringen, sonst besteht die Gefahr etwas zu verpassen. Im Sommer ist bei leicht verderblichen Waren allerdings Vorsicht geboten. Günstig essen kann man in den beiden Mensen, die auf dem Campus zu finden sind. Zudem gibt es einige kleine Restaurants in der Nähe der Wohnsiedlung, in der die Praktikanten untergebracht waren. Hier sind neben chinesischem Essen, auch Gerichte aus der westlichen Welt zu finden.

Der Campus selbst ist wirklich groß, beinahe eine eigene kleine Stadt. Zu finden sind hier eine Bibliothek, Hörsäle, Unterrichtsräume und Bürogebäude. Neben den bereits erwähnten Einkaufmöglichkeiten und Mensen, gibt es auch einen Waschsalon.

Der Unterricht

Anfangs waren die chinesischen Schüler sehr zurückhaltend - so beschreiben die Praktikanten ihren ersten Eindruck übereinstimmend. Den Lehrenden wurde eine ganz andere Form des Respekts entgegengebracht, als man es in Deutschland kennt und gewohnt ist. Sobald den Schülern aber deutlich gemacht wurde, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen, wurde die Unterrichtsatmosphäre gleich viel entspannter. Insgesamt ist aber zu betonen, dass die Arbeitshaltung sehr gut war. Die Schüler waren sehr motiviert, interessiert und darauf bedacht, die Deutschprüfung, auf die der Unterrichtet vorbereitet, zu bestehen. Dennoch herrschte - nach einer gewissen Eingewöhnungsphase - eine lockere Atmosphäre.

In der Unterrichtsgestaltung waren die Praktikanten weitgehend frei. Es standen verschiedene Bücher und Lehrmaterialien zur Verfügung, an denen man sich gut orientieren konnte. Zusätzlich gab es Audio- und Videoübungen, die verwendet werden konnten. In den Klassenräumen steht immer mindestens ein Smartboard bzw. Bildschirm zur Verfügung -  multimedialer Unterricht war also möglich. Der Schwerpunkt im Unterricht lag auf den Bereichen Sprechen und Hörverstehen. Da der Großteil der Unterrichtstätigkeit darin bestand, die Schüler auf die Deutsch-B1 Prüfung vorzubereiten, standen Übungen zum Hör- und Leseverständnis sowie Sprechübungen, ähnlich zu denen in der späteren Prüfung, im Mittelpunkt. Neben der Sprache wurden aber auch Informationen zum Leben in Deutschland vermittelt. Dabei konnten Spiele oder Bilder über deutsche Eigenarten und Kulturelles aufklären. So wurde der Unterricht sehr abwechslungsreich strukturiert.

Eine Schwierigkeit lag in dem zum Teil sehr unterschiedlichen Sprachniveau der Schüler. Hier musste ein Gefühl für den tatsächlichen Kenntnisstand des Einzelnen entwickelt werden.

Zu den Tätigkeiten während des Praktikums zählte jedoch nicht ausschließlich das Unterrichten und die jeweilige Vor- und Nachbereitung. An einem Tag der Woche wurden von den Lehrenden kurze Videos gedreht, die die Schüler später online abrufen können, um so auch zuhause Deutsch zu lernen. Die Skripte hierfür entwickelten die Praktikanten selbst.

Insgesamt sind die Praktikanten sich einig, dass das Praktikum in Zhengzhou eine gute und interessante Erfahrung war, die absolut zu empfehlen ist. Ein familiäres Umfeld und die Hilfsbereitschaft der chinesischen Kollegen sorgten für eine schnelle Eingewöhnung in eine Kultur, die natürlich eine ganz andere als die deutsche ist. Auch die Erfahrung des Unterrichtens wird als sehr lohnenswert beschrieben. Gerade die Möglichkeit der freien Gestaltung und der Abwechslungsreichtum haben den Lehrenden viel Spaß bereitet.

Karneval

von Julian Junghanns

Jedes Jahr ist das Rheinland Schauplatz des Karnevals, auch 5. Jahreszeit genannt. Düsseldorf ist neben Köln und Mainz eine der drei Hochburgen des rheinischen Karnevals. Die Karnevalszeit beginnt am 11. November um 11:11 Uhr und endet am Aschermittwoch, 46 Tage vor Ostersonntag. Die 5. Jahreszeit wird in Düsseldorf begleitet von über 300 Karnevalssitzungen, Biwaks, Empfängen und Kostümbällen.  Die Hochzeit des Karnevals findet erst in seiner letzten Woche statt - mit öffentlichen Feiern in Kneipen und auf den Straßen zwischen Altweiber und Aschermittwoch. Hervorzuheben ist hier insbesondere der Karnevalsumzug an Rosenmontag, der auch in den hier dargestellten Bildern dokumentiert wurde. Die Karnevalszeit ist Teil des deutschen Brauchtums und weit über die Grenzen des Rheinlandes und Deutschlands bekannt. Von Altweiber bis Aschermittwoch sind viele Hotels in Düsseldorf restlos ausgebucht und der öffentliche Verkehr ist recht überfüllt – dank kostümierter Besucher aus den umliegenden Städten und Dörfern sowie den Niederlanden.

Die Kerndaten und Termine des Düsseldorfer Karnevals sind:

1 Auferstehung des Erzschelms Hoppeditz am 11.11. um 11:11 Uhr auf dem Rathausvorplatz

2 Altweiberfastnacht am Karnevalsdonnerstag mit dem traditionellen Sturm der Frauen auf das Rathaus. In vielen Betrieben der Stadt gilt dieser Tag als inoffizieller Feiertag und somit wird dort häufig am Mittag die Arbeit niedergelegt. Eine Tradition zur Altweiberfastnacht ist das Abschneiden von Krawatten, die die männliche Macht symbolisieren.

3 Am Karnevalssamstag findet alljährlich ein Kinderkarnevalsumzug statt.

4 Am Karnevalssonntag findet in Düsseldorf-Niederkassel das traditionelle Tonnenrennen statt. Außerdem trifft man sich in Kostüm auf der Königsallee.

5 Der Rosenmontagumzug ist der Höhepunkt der Session. In der Vergangenheit waren es ca. 72 Wagen, 30 Kapellen und ca. 5000 Teilnehmer, die einen 5-6,5 km langen Zug bildeten. Bei einer Laufgeschwindigkeit von ca. 2,5 km/h dauert der gesamte Umzug vier bis fünf Stunden. Die Teilnehmer sind bestückt mit Tonnen von Konfetti und Süßigkeiten, die in die wartende Zuschauermenge geworfen werden. Dies ist besonders für die versammelten Kinder ein Genuss, die häufig mit extra großen Tüten und Beuteln anreisen. Der Umzug (siehe Fotos) besteht aus Wagen von Sponsoren und Betrieben der Stadt, wie zum Beispiel der regionalen Zeitung NRZ, den örtlichen Karnevalsvereinen, Kapellen und Bands aus der Region und darüber hinaus aus Skulpturen, die jedes Jahr zu einem anderen Thema gefertigt werden. Letztere sind in der Regel politisch geprägt und stellen eine Gesellschaftskritik da.

Das Motto von 2018 war „Jeck erst recht“ und viele der Wagen und Skulpturen kritisierten die (Umwelt-)Politik Deutschlands, der EU, der USA und der Welt. Themen waren hier Plastikmüll in den Meeren, die Abgasaffäre von VW und deren Tierversuche, der Brexit, die deutsche Regierungsbildung, die rechtsradikalen Strömungen in Deutschland und Europa und die amerikanische Russlandaffäre. Nach Ende des Umzugs ähneln die Straßen einem Schlachtfeld – überall liegen zerbrochene Bierflaschen, Konfetti und Plastikverpackungen rum. Nun kommt die Stadtreinigung und Müllabfuhr zum Einsatz.

6 Der Tuntenlauf am Karnevalsdienstag wird seit 1996 veranstaltet und dient dem guten Zweck. Die Eintritts- und weitere Spendengelder kommen der Aids-Hilfe Düsseldorf zugute. Beim Tuntenlauf kleiden sich Männer in Frauenkleidung und hochhackigen Schuhen. Dann müssen sie möglichst schnell einen Parcour ablaufen. Gewinner wird, wer am schnellsten ist oder die beste Performance abliefert.

7 Am Aschermittwoch endet die 5. Jahreszeit mit der feierlichen Verbrennung des Hoppeditz.

Quelle:

Karneval in Düsseldorf (2018) [online] verfügbar unter:

http://www.karneval-in-duesseldorf.de/unsere_5te_jahreszeit_de-karneval_in_duesseldorf

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Das Chinesisch-Deutsche Projekt zur Ausbildung chinesischer Schüler/innen in deutschen Pflegeeinrichtungen