Aus alt mach neu

Blick durch die alte Kokerei von Zeche Zollverein. Die Wasserfläche wird im Winter zur Schlittschuhbahn für die Essener Bevölkerung.

Das Ruhrgebiet in Deutschland war für lange Zeit der industrielle Motor des Landes - der Ort, wo ein Unternehmen wie die Friedrich Krupp AG (heute ThyssenKrupp) sich zeitweise zum größten Unternehmens Europas entwickelte. In den Hochzeiten der industriellen Revolution war die Region bekannt für die Menge der Hochöten und Schornsteine, für ihre Zechenge-bäude und die Steinkohleförderung, für Kumpel, das Steigerlied und Glück auf. Große Teile der heutigen Stadt Essen waren lange Zeit Betriebsgelände der Krupp AG. Im Zusammenhang mit diesem Gebiet spricht man noch heute von der alten Krupps-tadt.

Wenn man sich heute vom Berliner Platz aus nach Westen wendet, läuft man auf 3 sehr signifikante Bauwerke zu. Auf der linken Seite sieht man das Colosseum Theater Essen, das ursprünglich die 8. Mechanische Werkstatt der Krupp Fabrik war.

Dem Gebäude sieht man bis heute seine industrielle Vergangenheit an - außen genauso wie innen. Vom Colosseum zur anderen Straßenseite führt eine gusseiserne Fußgänger-Bo-genbrücke. In der Zeit der Kruppstadt fuhr die Werksbahn über sie. Auf der rechten Seite der Straße befindet sich das alte Press- und Hammerwerk Ost, das inzwischen zum Parkhaus des IKEA-Verkaufshauses umgebaut wurde - ohne seinen alten Charakter zu verlieren.

Der Umbau alter Industrie- und Zechengebäude hat eine lange Tradition im Ruhrgebiet. Es ist Teil der Industriekultur, die die Industriegeschichte bewahrt und zelebriert. Indem man alte unter Denkmalschutz stehende Gebäude einer neuen Nutzung zuführt und trotzdem das Alte innen und außen schützt, bleibt dieses Zeitzeugnis bestehen und damit in den Köpfen der Men-schen. Andere Beispiele für eine alte Architektur mit neuer Nutzung sind die Kohlenwäsche von Schacht 12 (heute Standort des Ruhrmuseums) der Zeche Zollverein, die Lohnhalle (heute das Hotel Alte Lohnhalle) der Zeche Bonifacius und die Wasch-kaue von Prosper II (heute das Grusellabyrinth NRW) in Bott-

Vielerorts sieht man auch weiterhin die alten Wohnhäuser der Bergmänner, wie beispielsweise auf der Margarethenhöhe in Essen. Ihre Nutzung hat sich im Kern nicht geändert, sie wurden allerdings kernsaniert und an die Platzverhältnisse und Lebensstandards der heutigen Zeit angepasst – ein Haus, das früher zum Teil 4 Familien Platz bot, ist heute ein Einfamilienhaus.

Blick auf das Colosseum Theater, die Bogenbrücke und das alte Press- und Hammerwerk Ost mit dem gelben IKEA-Schriftzug vom Parkdeck des Limbecker Platz. Das Gebäude hinten links ist das neue Thyssenkrupp-Hauptgebäude in der alten Kruppstadt.

Blick durch das alte Press- und Hammerwerk Ost auf das Thyssenkrupp-Hauptgebäude.

Restaurant in einem ehemaligen Betriebsgebäude der Zeche Carl in Essen-Altenessen.

Blick in das zum Parkhaus umgebauten Press- und Hammerwerk Ost.

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