Die neue Seidenstraße –One Belt, One RoadInitiative

Die antike Seidenstraße hat eine lange Geschichte. Zwischen 115 v. Chr. und dem 13. Jahrhundert war sie eine sehr geschäftige Handels- und Karawanenroute zwischen dem Mittelmeerraum und Zentral- und Ostasien, und verlor auch in den Jahren danach nie gänzlich an Bedeutung.

Die Volksrepublik China verfolgt nun den Plan dieser ge-schichtsträchtigen Handelsroute mit der One Belt/One Road Initiative wieder neuem Leben einzuhauchen.

Die antike Seidenstraße

Die ursprüngliche Route verlief zwischen Xian und der Levante (historisches, geografisches Gebiet an der östlichen Mittel-meerküste: heutiges Syrien, Libanon, Israel, Jordanien sowie die palästinensischen Autonomiegebiete und die türkische Provinz Hatay). Sie war ca. 6400 km lang. In der Zeit des 13. und

14. Jahrhunderts wurde sie von dem bekannten Händler und Entdecker Marco Polo bereist, der zwischen 1275 und 1291 als Präfekt für Kublai Khan diente. Den Namen „Seidenstraße" erhielt sie offiziell 1877 durch den deutschen Geographen Ferdinand von Richthofen. Der Name geht auf das Haupthandelsgut Seide zurück. Darüber hinaus wurden Wolle, Silber und Gold gehandelt.

One Belt/One Road Initiative

Aufbauend auf der langen Geschichte der Seidenstraße und ihre zeitweise signifikante Bedeutung für den Handel zwischen Europa und Asien, plant die Volksrepublik China eine neue Seidenstraße beziehungsweise mehrere neue Handelsrouten mit Europa, Afrika und anderen Teilen Asiens aufzubauen und zu etablieren. Hierzu investiert das Land laut einer Schätzung von 2015 ca. 1,1 Billion US-Dollar. Rund 70 Länder sind bisher beteiligt. Es werden neue Straßen, Zugstrecken, Flug- und Seehäfen gebaut. Auch Kraftwerke und Pipelines sind Teil der Infra-strukturmaßnahmen. Zhu Ning von der Tsinghua-Universität in Beijing beschreibt die Initiative als ein Projekt, das 3 zentrale Ziele anstrebt: (1) Wirtschaftsstärkung und Handelsausbau, (2) Infrastrukturaufbau und -förderung, insbesondere in Ländern, die weder die Ressourcen noch Expertise dafür haben, (3) geopolitische und strategische Stärkung der VR China im globalen Handel.

Das Projekt schürt große Erwartungen. Die Händler des Nacht-markts in Dunhuang beschreiben zum Beispiel, dass zunehmend mehr Touristen kommen und die Geschäfte dadurch immer besser laufen. Sie erwarten, dass sich dieser Trend noch stärker fortsetzen wird und schauen daher optimistisch in die Zukunft. Dies war nicht immer so, lange Zeit verlief der meiste Handel über den Seeweg und nicht durch die Oasenstadt Dunhuang. Mit der neuen Seidenstraße kommt die Anbindung an die Handelsrouten und der Tourismus jetzt wieder zurück.

Neben den Vorteilen für Regionen und Städte wie Dunhuang schafft das Projekt auch eine Vielzahl von neuen Aufträgen für die chinesische Bau-, Stahl- und Transportwirtschaft. Außerdem wird erwartet, dass chinesische Produkte durch die Initiative immer stärker über die Volksrepublik hinaus vermarktet und gehandelt werden.

Das Projekt entwickelt auch Handelsrouten nach Deutschland oder baut bereits vorhandene Routen weiter aus. Diese Han-delsrouten führen insbesondere nach Hamburg, Nürnberg und Duisburg. Letzteres hat bereits heute den größten Binnenhafen der Welt und erhofft sich weiteres Wachstum und neue Arbeitsplätze durch die Initiative.

Ungefähre See- und Landroute der neuen Seidenstraße.

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