Sustainable Living

Moin, moin und herzlich willkommen zu „Sustainable Living" meiner Umwelt-Kolumne zu verschiedenen Themen des nachhaltigen Lebensstils. Hier möchte ich euch mit verschiedenen Konzepten und Technologien der Nachhaltigkeit bekannt ma-chen. Ab und an werde ich diese Kolumne aber auch dazu nutzen, andere Umweltthemen zu betrachten. Zum Beispiel fände ich es besonders interessant zu untersuchen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Belletristik und in Comics dargestellt werden. Kürzlich ist in diesem Zusammenhang ein Aquaman-Film in die Kinos gekommen, DC arbeitet an einer Realfilm-Adaption von Swamp Thing und George R.R. Martin hat bereits vor Jahren den Planetenwanderer veröffentlicht.

Dies und vieles mehr möchte ich in einer späteren Ausgabe mal detaillierter betrachten.

In dieser Ausgabe möchte ich aber erst einmal die Tiny-Hou-se-Bewegung vorstellen. Sie hat ihren Ursprung in den USA und lebt den Bau von und das Wohnen in kleinen Häusern vor.

Es wird grob zwischen Mikro- oder Mini- (Tiny houses) und Kleinhäusern (Small Homes) unterschieden. Die beiden Kategorien unterscheiden sich in der Größe des Wohnraums: während ein Tiny House ca. 15-45 m2 misst, sind die Small Homes mit maximal 90 m2 zum Teil doppelt so groß.

Dies steht im krassen Unterschied zu der Entwicklung der durchschnittlichen Wohnfläche in den USA und Europa. Im Laufe der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts hat sich eine große Wohnung immer mehr zum Prestigeobjekt und Statussymbol entwickelt. Hinzu kommt, dass ein gestiegener Wohlstand mit der Ansammlung materieller Güter einhergeht und all diese Dinge nun mehr Platz zur Aufbewahrung brauchen.

Die Tiny-House-Bewegung versucht diese gesellschaftliche Idee zu durchbrechen. Sie setzt verstärkt auf einen ausgeprägten Minimalismus auch unter dem Begriff Downsizing bekannt (nicht zu verwechseln mit der Bedeutung im Kinofilm mit Matt Damon) und Suffizienz. Die kleine Wohnfläche erzeugt geringe Bau- und laufende Kosten. Viele dieser Mikrohäuser nutzen alternative Energieträger oder sind komplett autark gestaltet. Sie nutzen häufig einen Holzofen zum Heizen und Solarenergie zur Stromerzeugung. Durch eine Rückbesinnung auf die wesentlichen Dinge und ein energetisch sinnvolles Wohndesign können so geringe Energiekosten ermöglicht werden. Andere Konzepte gehen noch einen Schritt weiter und beinhalten einen komplett autarken Wasserkreislauf. Dabei reichen die Modelle von umgebauten Schulbussen, Bau- und Zirkuswagen, über selbst erstellte Häuser auf Trailern, bis hin zu hochwertige professionell erstellten Luxus-Mikrohäuser. Die Mehrheit der Mikrohäuser besitzen Räder und können somit zum Herumreisen genutzt werden - keine Sorgen mehr, beim Packen etwas vergessen zu haben, ewig nach einem Hotel zu suchen oder auf einer unbequemen Matratze schlafen zu müssen. Es gibt aber auch Mikro-häuser die langfristig fest an einem Ort installiert werden. Diese werden als fester Wohnsitz oder Gäste- und Wochenendhäuser oder sogar als Geschäfts- und Messebüros genutzt.

Wurden Mikrohäuser seit der Finanzkrise 2007 hauptsächlich als ökonomische Alternative zum konventionellen Wohnen dis-kutiert, erfreuen sie sich zunehmend der Beliebtheit ökologisch lebender und freiheitliebender Menschen. Auf verschiedenen YouTube-Kanälen berichten Tiny-House-Besitzer von ihrem Leben in den eigenen Wänden oder der Reise mit dem Eigenheim durch die Wildnis der USA oder Australiens. Es gibt eine Vielfalt von Videos über Do-lt-Yourself-(DIY)-Projekte, die mit Hilfe von Upcycling alte Hölzer, Fenster oder Keramikartikel wiederverwerten und so die Baukosten drastisch reduzieren. In Europa gibt es u.a. das österreichische Start-up Wohnwagon, das ein vollkommen autarkes Mikrohaus auf Rädern entwickelt hat und dieses entsprechend dem Kundenwunsch individuell anpassen kann. Sie nutzen natürliche Ressourcen wie Lehm zur Verputzung, Lärchen- und Fichtenholz für die Verschalung und Schafwolle als natürliches Dämmmaterial. Sie bieten die gängigen Energiesysteme und geschlossene Wasserkreisläufe an. Letztere werden durch das Wasser-Recycling aus Dusche und Spüle in Pflanzenkläranlagen gewährleistet. Hinzu kommt die Nutzung einer Bio-Toilette, die die flüssigen und festen Be-Standteile der Fäkalien trennt und zu natürlichem Dünger und Schwarzerde umwandelt.

Life on the Road

Ich reise mit meinem Mikrohaus Gebaut mit Holz und eigner Hand Abenteuerlustig in die Welt hinaus Weit erstreckt sich das grüne Land

Bei Wind und Wetter, Tag und Nacht Fahre ich dem Horizont entgegen Ein Scheit im Ofen, überdacht Mich behütet zur Ruhe legen

Hab stets alles mit an Bord

Genieße die Reise ohne Eile

Wandere von Ort zu Ort

Bleibe mal ne gute Weile

Kann frei meine Zeit gestalten Mit den Vögeln erwachen Die Natur erleben, innehalten Viele schöne Dinge machen

Gefällt es mir dann einmal nicht mehr Stürz ich mich wieder in den Verkehr

Ich für meinen Teil finde die Idee, irgendwann einmal in einem Tiny House zu wohnen, faszinierend. Ob dieser Traum einmal Wirklichkeit wird, muss man abwarten. Sicherlich fragt man sich hierzulande in wie weit eine 3- bis 4-körpfige Familie in einem Tiny House glücklich werden kann. Hat man da nicht viel zu wenig Privatsphäre? Was passiert, wenn die Kinder in die Pubertät kommen? Es gibt Familien, die zu viert in einem Mik-rohaus wohnen, aber dieser Lebensstil ist sicherlich nicht für jeden etwas.

Man kann die Vorstellung eines Tiny House aber auch als Ge-dankenexperiment verstehen - was brauche ich wirklich für mein tägliches Leben und was ist überflüssiger Materialismus?

Was brauche ich, um glücklich zu sein und mich zu Hause zu fühlen und was versperrt mir nur die Sicht auf das Wesentliche beziehungsweise behindert mich das Leben zu führen, das ich mir erträume? Wenn ich die Umwelt schonen und einen Beitrag zum Naturschutz leisten möchte, wo kann ich meinen Konsum reduzieren, um unnötigen Ressourcenverbrauch zu verhindern?

In Deutschland engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich für die Umwelt und/oder ihre Mitmenschen. Ich bin einer von rund 31 Millionen Deutschen, die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich einsetzen. Ich bin seit nunmehr 13 Jahren für die Umweltschutzorganisation Greenpeace aktiv und habe in dieser Zeit viele schöne und bunte Momente erlebt. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind häufig langfristig ausgelegt. Mit meinen

13 Jahren bin ich nicht alleine - ca. ein Drittel aller Freiwilligen Sind seit 10 Jahren oder mehr aktiv. Ich für meinen Teil konnte in der Zeit in verschiedene Bereiche der freiwilligen Arbeit hi-neinschauen. Ich habe Verantwortung übernommen und mich organisationsintern weitergebildet. Ich bin ins Gespräch mit Politiker gekommen und hab viele nette Menschen kennen-gelernt. Ich freue mich bereits auf die nächsten 13 Jahre.

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