Fachkraft im Bereich Wasser, Abwasser und Abfall
Fachkraft im Bereich Wasser, Abwasser und Abfall im Außeneinsatz
In unserem DUAL vom 31.03.2018 berichteten wir bereits über die Ausbildung und das duale Studium im Bereich Umwelt. Dieser Artikel stellt nun einzelne Ausbildungsgänge im Bereich Wasser, Abwasser und Abfall etwas detaillierter vor. In der oben erwähnten Ausgabe wurden insgesamt sieben Ausbildungsberufe genannt:
1. Fachkraft für Abwassertechnik
2. Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
3. Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice
4. Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
5. Fachkraft für Wasserwirtschaft
6. Handelsfachwirt im Bereich Recovery
7. Wasserbauer
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist dual organisiert, gliedert sich also in einen theoretischen Schulteil und einen praktischen Teil im Ausbildungsbetrieb.
Exemplarisch stellen wir hier die Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und die Fachkraft für Wasserwirtschaft vor.
Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft
Abfälle müssen gesammelt, sortiert, aufbereitet (Recycling) oder entsorgt werden. All diese Aufgaben fallen in das Tätigkeitfeld der Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Sie kümmern sich beispielsweise um die Touren der Müllabfuhr, das Aufstellen von Containern zur Mülltrennung und deren Leerung sowie den Betrieb von Wertstoffhöfen und Recyclinganlagen. Sie untersuchen die anfallenden Abfälle und überführen sie in die entsprechende Behandlung oder Entsorgung (Deponierung, Verbrennung). In regelmäßigen Abständen werden durch die Fachkräfte Messungen am Entsorgungs- oder Behandlungsstandort durchgeführt, um sicher zu stellen, dass das Sickerwasser ungefährlich ist und keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen.
Als Anforderungen für die Ausbildung werden handwerkliches Geschick und technisches Verständnis, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein und Reaktionsschnelligkeit genannt. Die Hauptfächer sind Mathematik, Chemie/Physik/Biologie und Werken/Technik.
Überfüller Müllcontainer
Fachkraft für Wasserwirtschaft
Die Fachkräfte für Wasserwirtschaft arbeiten eng mit Ingenieuren zusammen. Gemeinsam planen sie Anlagen zur Wasserver- und -entsorgung. Die Fachkraft stellt die entsprechenden Berechnungen und Messungen an, erarbeitet die Ausschreibungsunterlagen und ist Teil des Monitorings während der Baumaßnahme.
Die Planung von Hochwasser-Schutzgebieten und des Küstenschutzes erweitern den Aufgabenbereich genauso wie Gewässerrenaturierungsmaßnahmen. Hier werden entsprechende Daten erhoben, ausgewertet und Anpassungen geplant. Im Beitrag „Ich mach’s!“ vom Bayerischen Rundfunk werden die Aufgabenbereiche einer Fachkraft für Wasserwirtschaft gebündelt vorgestellt. Die Auszubildende lernt im Betrieb bei dem Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt verschiedene Messgeräte und -prinzipien kennen. Im Rahmen einer Projektarbeit des 2. Ausbildungsjahrgangs werden die Höhenpunkte und das Gefälle eines Flussabschnittes der Ussel in Bayern gemessen und notiert. Im Büro werden diese Daten dann zeichnerisch in Fluss-Querprofilen abgebildet. Die Aufgabe der Auszubildenden ist nun die Entwicklung eines neuen Gefälles, welches die Fischmigration ermöglicht. Hierbei werden sie tatkräftig von ihrem Ausbildungsleiter unterstützt.
Die Ermittlung und Evaluation von wasserwirtschaftlichen Daten sind die Hauptaufgaben der Fachkräfte. Sie nehmen zum Beispiel Gewässerproben aus Flüssen und Seen, überprüfen die Trinkwasserqualität des Grundwassers oder kontrollieren die Schmutzfrachten von industriellen Abwässern. Manchmal sind sie auch in rechtlichen Angelegenheiten der Wasserwirtschaft aktiv.
Als Anforderungen für die Ausbildung werden Sorgfalt, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und zeichnerische Fähigkeiten genannt. Die Hauptfächer sind Mathematik, Werken/Technik, Informatik und Deutsch. Nach dem Abschluss der Ausbildung können die Fachkräfte als Techniker anfangen oder ein Studium als Bauingenieur beginnen.
Hochwasser(o.)&Blick auf die Emschergenossenschaft Kläranlage Bottop(u.)
Beschäftigung und Arbeitsort
Die Beschäftigungsbetriebe und Arbeitsorte von Fachkräften des Bereichs Wasser, Abwasser und Abfall sind vielfältig. Einige Auszubildende werden in der öffentlichen Verwaltung und kommunalen Betrieben arbeiten. Hier sind u.a. Umweltämter, Abwasserverbände, die Schifffahrtsverwaltung, kommunale Kläranlagen und Abfallbeseitigungsbetriebe zu nennen. Unternehmen der Wasserver- und -entsorgung, der Abwasserwirtschaft, Müllverbrennungsanlagen und Recyclingfirmen und -höfe sind weitere Beispiele für Ausbildungsbetriebe bzw. Arbeitgeber. Darüber hinaus gibt es auch noch Ingenieurbüros für die bautechnische Gesamtplanung. Auch die Einsatzorte können sehr unterschiedlich sein. Vieles der praktischen Arbeit findet vor Ort im Freien statt. Messungen werden z.B. auf dem Gewässer, in den Belebungsbecken der Kläranlagen, im Kanalnetz, auf schwimmenden Fahrzeugen oder auf Baustellen durchgeführt. Außerdem kann man in Betriebsanlagen oder im Labor tätig sein. Hinzu kommen das Arbeiten im Büro, an Leitständen oder Werkstätten.
Quellen
Bayerischer Rundfunk (2016): Ich mach’s: Fachkraft für Wasserwirtschaft -Ausbildung -Beruf; verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=-U9dat8LTOw
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkraft für Abwassertechnik; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14755.pdf
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14757.pdf
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14759.pdf
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkraft für Wasserversorgungstechnik; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14754.pdf
Bundesagentur für Arbeit (2018): Fachkraft für Wasserwirtschaft; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14376.pdf
Bundesagentur für Arbeit (2018): Wasserbauer/in; verfügbar unter: http://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/4171.pdf