Was kommt nach dem Abitur? Studium, duales Studium oder duale Ausbildung?
von Christian Limbeck
Die duale Ausbildung und das Studium sind die zentralen Bildungswege in Deutschland. Neben diesen beiden Wegen hat sich inzwischen aber auch das duale Studium etabliert. Wählt man hier die ausbildungsintegrierte Version, erhält man am Ende des Studiums nicht nur einen Studienabschluss, sondern schließt gleichzeitig eine Berufsausbildung ab. Die Version des praxisintegrierten Studiums bietet diese Möglichkeit nicht. Hier ist zwar der Praxisanteil der Ausbildung erhöht, ein Berufsabschluss wird dabei aber nicht erreicht. Ein duales Studium - das je nach Studiengang zwischen 3 und 5 Jahren dauert - bietet sich für Schüler an, die nach dem Abitur lieber praktische Erfahrungen sammeln, zugleich aber nicht gänzlich auf ein Studium verzichten wollen.
Das duale Studium bringt im Vergleich zum klassischen Hochschulstudium oder der dualen Ausbildung einige Vorteile mit sich. Ein duales Studium bietet Karrierechancen und sichert meist einen Berufseinstieg - zumindest im ausbildenden Unternehmen. Der hohe Praxisbezug, den die regelmäßige Tätigkeit im Unternehmen bedeutet, ist ein großer Vorteil im Vergleich zum klassischen Studium. Dazu erhält man eine Ausbildungsvergütung, die sich an gängigen Ausbildungsgehältern orientiert, oft aber auch deutlich höher ausfallen kann. Auch Studiengebühren werden vom ausbildenden Betrieb übernommen. Daraus entsteht in der Regel allerdings auch eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen. Diese besteht meist darin, dass Studierende nach ihrem Abschluss für einen vorher bestimmten Mindestzeitraum im Betrieb arbeiten müssen. Im Falle eines Studienabbruchs können so außerdem Rückzahlungen fällig werden.
Vergleich der verschiedenen Bildungsmöglichkeit nach dem Abitur
Ein möglicher Nachteil des dualen Studiums ist der hohe Lernaufwand, der in den Praxis- und Theoriephasen zu bewältigen ist. Die zeitliche Belastung im Vergleich zu anderen Studierenden sollte auch nicht außer Acht gelassen werden: Statt Semesterferien steht für duale Studierende die Arbeit im Betrieb an, wodurch weniger Zeit für den Lehrstoff verbleibt. Zu beachten ist ebenfalls, dass Schüler, die ein duales Studium beginnen möchten, sich direkt bei einem Unternehmen bewerben und nicht an einer Hochschule. Die Studienplätze sind hier also weitaus begrenzter.
Für eine duale Ausbildung muss, im Gegensatz zum dualen Studium, nicht zwingend das (Fach-)Abitur vorgewiesen werden. Oft ist hier ein Realschul- oder Hauptschulabschluss ausreichend. In der dualen Ausbildung ist außerdem die Auswahl an Berufsbildern wesentlich größer. Ein duales Studium ist vor allem in den Bereichen BWL, Informatik, Ingenieurswesen und im Sozialwesen möglich - demgegenüber stehen über 300 anerkannte duale Ausbildungsberufe.
Quellen:
ausbildung.de: Duales Studium
zeit.de: Dual studieren