Symposium Altenpflege 2018

Für den 5. und 6. November lud ASC Verantwortliche der Altenpflegebranche, verschiedene Delegationen aus der chinesischen Provinz Henan und andere Interessierte zum Altenpflege Symposium 2018 auf Schloss Krickenbeck. 

Der erste Tag des Symposiums begann mit der Begrüßung durch Moderator Tobias Rothe (ASC) und einigen einleitenden Worten der ASC Geschäftsführerin Heinke Mahler-Schintag. Frau Mahler-Schintag hielt ihr Grußwort sowohl in deutscher als auch chinesischer Sprache, stellte unser Unternehmen, Arbeitsfelder und Tätigkeiten vor. Zuletzt richtete sie einen Dank an unsere Partner, die großen Anteil daran hatten, dass diese Veranstaltung stattfinden konnte. 

Den ersten Fachvortrag hielt Christine Strobel, die seit sieben Jahren beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) als Juristin tätig ist. Sie stellte die Situation in der deutschen Altenpflege dar, informierte über Entwicklungen, mit denen in den nächsten Jahren zu rechnen ist, und definierte einige Parameter, wie die Pflegestufen und die jeweilige Finanzierung der Pflege.

Im zweiten Teil ihres Vortrages ging es in erster Linie um die verschiedenen Varianten, die es in der deutschen Altenpflege gibt. Hier sind vor allem die ambulante und stationäre Pflege interessant, bei denen nochmals verschiedene Stufen unterschieden werden müssen. Nicht zu vergessen ist auch, dass die häusliche Pflege durch Angehörige noch immer den größten Teil darstellt – 2017 wurden über 2,5 Millionen Pflegebedürftige im eigenen Haushalt betreut.

Teilnehmerfoto des Symposium Altenpflege 2018 auf Schloss Krischenbeck

Im Anschluss sprach Mingshen Fu, Personalbeauftragter bei SWP, über die Altenpflegekultur in China. Interessant waren seine Ausführungen über die Mentalität, die in China stark von der konfuzianischen Tradition geprägt sei. Dies bedeutet, dass den Mitmenschen – insbesondere Senioren – stets viel Respekt entgegengebracht wird. Im Umgang mit älteren Menschen äußert sich das sogenannte Xiao vor allem durch die Erwartung, dass die Familie die Pflege von Angehörigen übernimmt. Gleichzeitig gibt es in China einen dramatischen demografischen Wandel. 2013 lebten in China 202 Millionen Menschen, die über 60 Jahre alt waren. 2022 wird diese Gruppe bereits auf 260 Millionen angewachsen sein, 2030 werden es 370 Millionen Menschen sein. Eine gewaltige Zahl, auf die sich, die in China noch in ihrer Entwicklung befindende, Altenpflegebranche einstellen muss. Da die chinesische Gesellschaft – genau wie die deutsche – immer älter wird, werden schon in naher Zukunft nicht genügend junge Menschen da sein, die für die Pflege ihrer Angehörigen sorgen können. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China in der Ausbildung von Fachkräften könnte in dieser Situation für beide Länder Vorteile bieten, so das Fazit von Mingshen Fu. 

Nach einer Mittagspause in der die Gäste, Referenten und unsere Mitarbeiter Gelegenheit zum fachlichen Austausch hatten, stellte SWP Geschäftsführerin Wei Liang die Ausbildung in der Altenpflege in China vor und informierte über einige chinesische Pflegeschulen. Danach beschrieb sie die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in den letzten Jahren.

Eingebettet in ihren Bericht waren Grußbotschaften einiger Schulleiter aus der Provinz Henan, die ihre Einrichtungen mit kurzen Imagevideos vorstellten. Direktor Fang stellte die Hygieneschule in Zhengzou vor, Frau Caixia Wang ihre Schule in Dengzhou. Vom Henan Mechanical & Electrical College grüßte Direktor Wang Benliang und zum Ende übermittelte der Präsident des Henan Nursing Vocational College, Guo Maohua, herzliche Grüße aus China.

Danach fand der erste Tag des Symposiums seinen Ausklang, wer wollte konnte sich nun weiter über verschiedene Themen der Altenpflege austauschen oder noch ein wenig das Ambiente und die Umgebung von Schloss Krickenbeck genießen.

Der zweite Tag des Symposiums startete wiederum mit einer Begrüßung durch Tobias Rothe. Als erstes gab Herr Professor Weixing Zhang, Leiter der HMEC International School in Zhengzhou, einen Einblick in die Arbeit seiner Schule. Er beschrieb für die chinesische Seite den bisherigen Ablauf des Austauschprojektes, mit dem junge Menschen aus China eine duale Altenpflegeausbildung in Deutschland ermöglicht wird.

Dieses Programm, dessen Organisation in Deutschland ASC übernimmt, wurde im Anschluss von ASC-Geschäftsführerin Heinke Mahler-Schintag aus deutscher Sicht vorgestellt. Nach den anschaulichen Schilderungen Frau Mahler-Schintags überreichte Herr Prof. Zhang ihr ein traditionell chinesisches Geschenk, um seinen Dank für die erfolgreiche Zusammenarbeit auszudrücken.

Nach diesen Schilderungen der organisatorischen Aspekte stellte Liyang Dong ihre Erfahrungen als chinesischen Auszubildende in Deutschland vor.

Sie bedankte sich ausdrücklich bei Johannes Josefiok, dem Leiter der Pflegeeinrichtung in der sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolviert. Gerade in der Anfangsphase war natürlich vieles neu und ungewohnt, ihr und den anderen chinesischen Auszubildenden wurde aber immer Unterstützung und Hilfe gegeben.

Im Anschluss widmete sich Margaret Eisenbarth von der Akademie für Pflegeberufe und Management (apm) dem schulischen Teil der Ausbildung. Die Themenfelder des Berufsschulunterrichts wurden ausführlich besprochen und die Symposiumsteilnehmer mit Fachwissen versorgt.

Nun wurde die HEC Bildungsakademie GmbH in Kamenz vorgestellt. Schulleiterin Madlen Bär ging in ihrem Vortrag auf den Alltag an ihrer Schule ein und berichtete begeistert von der Internationalität, die in den Unterrichts- und Gemeinschaftsräumen herrscht. 

Um ihre Dankbarkeit für die Aufnahme und Ausbildung chinesischer Schülerinnen und Schüler auszudrücken, überreichte die chinesische Delegation nun einige Geschenke an die Vertreter der Schulen und Pflegeeinrichtungen in denen die Auszubildenden tätig sind. 

Um die nun schon zahlreich vorhandenen Eindrücke zu verdauen, gab es im Anschluss eine Kaffeepause. Im Foyer des Schlosses hatten Teilnehmer und Referenten ein letztes Mal vor Ende der Veranstaltung die Gelegenheit sich über das Gehörte und darüber hinaus auszutauschen. Bevor das Symposium dann mit einem gemeinsamen Mittagessen seinen Ausklang finden sollte, sprach Reinhold Poppek, Rechtsanwalt und Inhaber der Poppek Law Firm, über die Rechte und Pflichten von Auszubildenden in Deutschland. Gerade mit Blick auf die chinesischen Schülerinnen und Schüler, die aus einem völlig anderen Bildungssystem nach Deutschland kommen, ging Herr Poppek auf relevante rechtliche Aspekte ein, die von Auszubildenden, Schulen und Ausbildungsbetrieben zu beachten sind.

Das Ende dieses Vortrags bedeutete zugleich das Ende des offiziellen Programms des ASC Symposiums zur Altenpflege im Jahr 2018. Nach einem reichhaltigen Mittagessen gab es für alle Interessierten noch ausgiebig Gelegenheit, das Schloss und das umliegende Naturschutzgebiet zu erkunden oder im Laufe der Tagung begonnene Gespräche zu vertiefen.

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