Lecker Schmecker!

In den Wintermonaten hat die traditionelle deutsche Küche Hochkonjunktur. Es ist die Zeit der deftigen Gerichte. Wir wollen ier mal ein paar typische Gerichte vorstellen.

Zu Weihnachten gibt es in meiner Familie seit ein paar Jahren raditionell Wildschweinbraten mit Klößen, Bratensoße, verschiedenes Gemüse und Rotkohl. Diese Tradition entspricht gewissermaßen dem deutschen Gericht des Sauerbratens.

Sauerbraten besteht in der Regel jedoch aus Rindfleisch. Dieses wird in einer Marinade aus Wein, Essig und Kräutern für bis zu zehn Tagen eingelegt. Der Braten wird dadurch besonders zart. Als Beilagen werden häufig Rotkohl und Klöße gereicht.

Klöße werden aus gekochten Kartoffeln hergestellt und gibt es im Supermarkt in kleinen Kochsäckchen zu kaufen. Im Süden und Osten kennt man sie unter dem Namen Knödel.

Rouladen sind ein weiteres beliebtes Wintergericht. Bekannte Vertreter sind die Rinderrouladen und Kohlrouladen. Für erstere werden Speck, Zwiebeln, Senf und Gewürzgurken auf dünne Rindfleischscheiben gestrichen. Diese werden zusammen-gerollt, geschmort und für ca. 1 Stunde köcheln gelassen. Bei Kohlrouladen geht man ähnlich vor. Sie sind im Grunde Kohl-blätter-Taschen, die mit Fleisch und Kräutern gefüllt werden.

Anschließend werden sie in Brühe oder Tomatensoße gekocht.

Die kalten Jahreszeiten sind definitiv die Zeit des Kohls. Rotkohl und Kohlrouladen sind prominente Beispiele. Wenn die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg von den „Krauts" sprachen, meinten sie die Deutschen. Das Wort leitet sich vermutlich von dem Gericht Sauerkraut ab, das insbesondere in den Wintermonaten und in Deutschland verstärkt gegessen wird. Sauerkraut oder Sauerkohl ist Weiß- oder Spitzkohl, der durch Milchsäuregärung konserviert wird. Er wird vor dem Verzehr erwärmt und anschließend ähnlich dem Rotkohl als Beilage gegessen.Ein weiterer Kohl, der sich in Deutschland hoher Beliebtheit er-freut, ist der Grünkohl.

Dieses Wintergemüse wird in der industriellen Produktion bereits im September geerntet, während es im hauseigenen Anbau bis zum ersten Frost geerntet werden kann. In Norddeutschland gibt es das Brauchtum des Grünkohlessens. Vor dem Grünkohlessen findet die „Kohlfahrt" statt, die im Grunde ein längerer Spaziergang ist. Anschließend wir der Grünkohl gemeinsam mit Bratkartoffeln, einer Fleischbeilage und Senf gegessen. Die Fleischbeilage besteht typischerweise aus Speck, Kassler, Kochwurst und Pinkel (eine geräucherte, grobkörnige Grützwurst).

Traditionell zu Weihnachten serviert man vielerorts in Deutschland Weihnachtsgans oder Weihnachtskarpfen. Beide Gerichte haben ihren Ursprung in der christlichen Fastenzeit, die früher im Advent stattfand. Der Karpfen wird für den Heiligen Abend am 24. Dezember gekocht, während die Gans für die Weihnachtstage am 25. Und 26. Dezember zubereitet wird. Sowohl Gans als auch Karpfen sollten dem ursprünglichen Charakter des Advents entsprechend, den Festtagen einen Festschmaus bereiten. Es gibt für den Weihnachtskarpfen verschiedene Zu-bereitungsvarianten. In Norddeutschland ist „Karpfen blau", wo der gesamte Fisch gekocht wird und sich dabei blau verfärbt,eine sehr beliebte Zubereitungsart. Als Beilagen werden Salzkartoffeln und Meerrettichsauce serviert. Die Weihnachtsgans wird ähnlich dem aus US-Serien und - Filmen bekannten Truthahngestopft. Typische Fullungen bestehen aus ApfeIn, EsSkastanien (Maronen), Zwiebeln oder Trockenpflaumen.

Wenn wir schon Gerichte betrachten, die vor allem an einem besonderen Tag gegessen werden, dann müssen wir uns auch mit Raclette auseinandersetzen. Raclette ist sowohl der Name eines Kuhmilchkäses als auch der eines bekannten warmen Gerichts, bei dem Käse langsam zum Schmelzen gebracht wird.

Das Gericht kommt ursprünglich aus der Schweiz und Frank-reich. Traditionell wurde das Gericht über einem offenen Feuer zubereitet, heute nutzt man zumeist elektrische Tisch-Raclette-öfen. Unter die waagerecht montierte Heizspirale schiebt man mehrere kleine Pfännchen und gart so sein Essen. Ofen für 4-8 Personen sind normal. Man befüllt sein eigenes Pfännchen mit Gemüse, Käse, Fleisch und Eiern, würzt alles wie man es gerne mag und lässt es dann langsam braten. Ist das Mini-Pfan-nengericht fertig, entfernt man es mit einem kleinen Spachtel auf den eigenen Teller. Diese Form der Zubereitung kombiniert die Freude am gemeinsamen Kochen und Essen und wird typischerweise in Deutschland an Silvester zelebriert.

Im Bereich der süßen Wintergerichte gibt es, wie wir in einem anderen Artikel ausführen, viel Gebäck. Es gibt aber auch andere Winter-Süßspeisen. Eines hat sogar sein ganz eigenes Ge-dicht: Der Bratapfel. Bratäpfel sind im Ofen gebackene Äpfel, die mit Vanillesauce oder -eis serviert werden. Als Basis dienen lagerfähige, feste und säuerliche Apfelsorten wie Boskoop. Man sticht das Kerngehäuse der Äpfel aus und füllt das entstandene Loch mit einer Mischung aus Marzipan, Konfitüre, Nüssen, Rosinen und Gewürzen wie Zimt und Nelken. In einer gefetteten Auflaufform werden die Apfel dann gebacken und anschließend

Wir haben hier nur einen Bruchteil der traditionellen Gerichte der deutschen Küche vorgestellt, aber selbst diese kleine Auswahl zeigt schon wie vielfältig das kulinarische Angebot in den

Wintermonaten ist.

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