Feuerwerksverbot?!

Blick auf das Düsseldorfer Rheinufer um Mitternacht zu Silvester.

Am 31.12. feiert man in vielen Ländern den Jahreswechsel. In Deutschland nennt man das Silvester. In vielen Städten herrscht dann Ausnahmezustand und in manchen Gegenden sollte man abends nicht mehr unterwegs sein, sofern man nicht gerade mit Feuerwerk beschossen werden möchte. Schaut man sich die Unfallstatistiken zu dieser Zeit (31.12. - 01.01.) in Deutschland an, könnte man sich folgende Frage stellen: Sollte man Feuerwerk für Privatpersonen verbieten?

Verbrennungen, abgetrennte Gliedmaßen, tödliche Unfälle, Wohnungsbrände etc. Betrachtet man die Ursachen etwas nä-

her, fallen vor allem zwei Faktoren auf:

Unsachgemäßer Umgang

Feuerwerkskörper haben in der Wohnung (außer z.B. spezielles Tischfeuerwerk) und in Müllcontainern nichts zu suchen.

Raketen sollten nicht aus der Hand oder gar in Richtung von Menschenmengen oder Häusern gestartet werden. Ignoriert man diese Grundsätze, entstehen schnell Brände, welche über die einfache Sachbeschädigung hinausgehen. So wird ein dummer Scherz leicht zur lebensbedrohlichen Situation. Wohnungen oder ganze Seniorenheime müssen evakuiert werden und die ohnehin während dieser Nacht schon überlasteten Poli-zei- und Rettungskräfte können nicht überall gleichzeitig sein.

Alkoholkonsum trägt maßgeblich zu diesem Risiko bei, da Gefahren von alkoholisierten Personen nicht mehr richtig eingeschätzt werden können und die Hemmschwelle herabgesetzt wird. Dass das Hantieren mit einer laufenden Kettensäge unter Alkoholeinfluss keine gute Idee ist, muss man vermutlich keinem erzählen aber bei Pyrotechnik scheint es anders zu sein.

Illegales Feuerwerk Legales und damit geprüftes Feuerwerk in Deutschland ist sehr sicher, so dass auch bei unsachgemäßem Umgang unmittelbare schwerwiegende Verletzungen oft vermieden werden kön-nen. Da bei vielen Menschen jedoch die Annahme vorherrscht, dass „sicher" gleichbedeutend mit „langweilig" sei, wird oft zu illegalem Feuerwerk gegriffen. Die Effekte sind lauter, größer, schöner - aber vor allem gefährlicher. Diese Feuerwerkskörper sind teilweise in anderen Ländern zugelassen, entsprechen jedoch nicht den deutschen Sicherheitsvorschriften und werden illegal importiert. Sie sind oft nicht einheitlich gefertigt, unzureichend gekennzeichnet, beinhalten oft große Mengen Blitzknall-satz und werden dadurch zu einer unberechenbaren Gefahr - auch für unbeteiligte Dritte.

Das Verbot von Feuerwerk für Privatpersonen würde an den oben genannten Hauptproblemen nichts verändern - könnte diese jedoch verschlimmern. Bei einem solchen Verbot könnten sich mehr Menschen dazu verleitet fühlen, illegale Feuerwerkskörper zu kaufen, welche sich unter anderen Umständen mit legalem Feuerwerk zufriedengegeben hätten. Personen, welche jetzt bereits das Gesetz missachten, wird ein solches Verbot nicht abschrecken. Das von einer Kombination aus unsachgemäßem Umgang unter Alkoholeinfluss und noch mehr illegalem Feuerwerk eine größere Gefahr ausgeht, ist wie die Sache mit den Kettensägen - sollte man nicht erwähnen müssen, tun wir an dieser Stelle trotzdem nochmal.

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Perspektivwechsel:Das Frühlingsfest