Weichen Stellen Wege in die Zukunft

Die große Koalition und die duale Ausbildung 2018

Die Minister der großen Koalition von 2018

Deutschland hat eine neue Regierung. Diese besteht zwar wie in den vier Jahren zuvor wieder aus CDU/CSU und SPD, dennoch gibt es einige Veränderungen – auch in Bezug auf die duale Berufsausbildung, die in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden sollen.

Die Bundesregierung will eine bessere Bezahlung für Auszubildende durchsetzen. In Ausbildungsberufen, die einen eher geringen Lohn vorsehen (z.B. in der Gastronomie), haben Betriebe oft Schwierigkeiten ihre Stellen zu besetzen. Dazu kommt, dass die Abbruchquote in Ausbildungen mit geringem Lohn höher ist als in anderen Ausbildungen. Ein höheres Gehalt soll zur Lösung dieser Probleme beitragen.

Daneben soll das Angebot für Berufsorientierung weiter ausgebaut werden. An allen Schulformen, vor allem an Gymnasien sollen Schüler über Vorteile und Aufstiegschancen einer dualen Ausbildung informiert werden, um auf die Attraktivität dieses Ausbildungsmodells hinzuweisen.

Schon seit längerer Zeit besteht auch für Azubis die Chance, an einem Austausch ins Ausland teilzunehmen. Die Bundesregierung möchte diese Angebote erweitern und Auszubildenden eine Teilnahme unabhängig vom Einkommen der Eltern ermöglichen.

Junge Menschen, die bereits Eltern sind oder Angehörige pflegen, haben schon jetzt die Möglichkeit eine duale Ausbildung auch in Teilzeit zu durchlaufen. Bislang fristet diese Form der dualen Ausbildung noch ein Schattendasein und soll nun verstärkt beworben und damit bekannter gemacht werden.

Die neue Bundesregierung hat zudem vor, die Hilfen für schwächere und auch für besonders leistungsstarke Auszubildende auszubauen. Hier sollen z.B. die schon bestehenden ausbildungsbegleitenden Hilfen der Bundesagentur für Arbeit besser genutzt werden. Mit Nachhilfeunterricht und anderen Maßnahmen konzentriert dieses Programm sich bisher eher auf Auszubildende, die befürchten ihre Ausbildung nicht erfolgreich beenden zu können. Dies wird weiterhin ein Schwerpunkt der ausbildungsbegleitenden Hilfen bleiben. Es soll aber auch verstärkt Unterstützung für sehr gute Azubis geben.

Auch die im Bundesministerium für Arbeit und Soziales angesiedelte assistierte Ausbildung, die neben Azubis auch Eltern, Lehrer und Unternehmen unterstützt, soll bundesweit ausgeweitet werden. Jugendlichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen soll so der Weg in die duale Ausbildung geebnet und beim erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung geholfen werden. Das Programm orientiert sich dabei aber nicht nur an den Bedürfnissen der Auszubildenden, sondern auch an den Vorstellungen der Betriebe. Die Kluft zwischen den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe und den Kenntnissen bzw. Fähigkeiten junger Menschen soll so überwunden werden. Das Besondere an diesem Programm ist, dass hier nun auch Eltern und Lehrer miteinbezogen werden sollen.

Auszubildende, die mit besonders starken Leistungen auffallen sollen mehr Möglichkeiten bekommen, ihr Potential zu entfalten. Aufstiegsmöglichkeiten für Auszubildende sollen mit mehr Stipendien und Unterstützung bedacht werden. Die sogenannte höhere Berufsbildung, die in berufsbegleitenden Lehrgängen z.B. zum Meister, Fachwirt oder Bilanzbuchhalter weiterbildet und qualifiziert, bereitet junge Menschen auf höhere Fach- oder Führungspositionen vor. Auch die höhere Berufsbildung ist bisher noch nicht sonderlich bekannt, das soll sich mit den neuen Maßnahmen verändern.

Zusätzlich versprechen CDU/CSU und SPD einen Unterhaltszuschuss, Erfolgsboni und familienfreundliche Regeln als weitere Anreize.

Neben all diesen Schritten muss das Thema Digitalisierung noch stärker in Angriff genommen werden. Die neue Bundesregierung will mit der Ausstattungsoffensive für die Berufsschulen nicht nur die duale Berufsausbildung aufwerten, sondern vor allem auch die Digitalisierung in den Berufsschulen schnell vorantreiben. Neben der entsprechenden Ausstattung der Schulen ist dabei die Aus- und Fortbildung der Lehrer gleichermaßen wichtig, genauso wie entsprechende didaktische Konzepte – gibt die Industrie- und Handelskammer zu bedenken. Die Digitalisierung bietet schließlich die Chance, die duale Berufsausbildung für junge Menschen noch attraktiver zu gestalten.

Für die duale Berufsausbildung bleibt zu hoffen, dass den vielversprechenden Ankündigungen der neuen Bundesregierung nun Taten folgen.

Quellen:

handelsblatt.de: GroKo einigt sich bei Bildung. Mindestlohn für Azubis

spiegel.de: Mindestlohn in der Ausbildung. Diese Azubis profitieren von der GroKo

bibb.de: Assistierte Ausbildung im SGB III verankert

ze.tt: Das bedeutet der Koalitionsvertrag für junge Leute

kas.de (Konrad-Adenauer-Stiftung): Höhere Berufsbildung. Grundlagen

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