Interview zum Stand der dualen Ausbildung im Bereich Logistik in Deutschland
Fabian Rasch
Nicht jeder in Deutschland entscheidet sich dafür, direkt nach der Schule eine duale Berufsausbildung anzufangen. Die Optionen sind vielfältig und die Entscheidung schwierig. Aber selbst nach Abschluss einer dualen Ausbildung bleibt einem der akademische Bildungsweg nicht verschlossen.
Wir haben uns mit Herrn Rasch unterhalten, der vor kurzem seine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik abgeschlossen hat.
Guten Tag, Herr Rasch.
Guten Tag.
In was für einem Betrieb haben Sie Ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik absolviert?
Ich habe meine Ausbildung bei EDEKA Nord im Großhandel gemacht.
Wie lange hat Ihre Ausbildung gedauert?
Ich habe die dreijährige Berufsausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzt.
Wieso waren Sie in der Lage, Ihre Ausbildungszeit zu verkürzen?
Aufgrund guter Berufsschulleistungen war es mir möglich, über meine Ausbildungsabteilung das Vorziehen der Abschlussprüfung zu beantragen.
Was für Inhalte wurden Ihnen in der Ausbildung vom Betrieb vermittelt?
Vorrangig die Kommissionierung (A.d.R. Kundenaufträge bereitstellen und versandfertig machen) im ersten Lehrjahr und anschließend wechselte ich, nach einem Einsatz in der Furhparkdisposition, in den Einkauf. Dort wurde die Beschaffung von Waren, das Nachverfolgen von ausstehenden Lieferungen, sowie die Interaktion mit Kunden und Lieferanten vermittelt.
Und welche Inhalte wurden Ihnen im Rahmen der Berufsschule vermittelt?
Im Rahmen der Berufsschule wurden mir Fähigkeiten zur Qualitätssicherung, rationellen Güterbewegung, zu Prozessen im Lager und Grundlagen in Wirtschaft und Politik vermittelt. Bezogen auf den Beruf wurde gelehrt, wie Güter intakt, schnell, effektiv und günstig bewegt werden, ohne dabei Aspekte wie Umweltschutz und Arbeitssicherheit zu vergessen. Des Weiteren wurde uns Fachenglisch gelehrt.
Also haben Sie auch Einblicke in die Arbeitsweise von anderen Betrieben erhalten?
Ja, so haben wir zum Beispiel bei einer Betriebsbesichtigung im Hafen von Kiel den Güterumschlag im großen Stil, sowie die Unterschiede von Seefracht zu der uns sonst so vertrauten Güterbewegung an Land kennengelernt.
Glauben Sie, dass die Ausbildung im Lager in 10 Jahren noch die gleiche sein wird?
Definitiv nicht, da die EDV sich kontinuierlich weiterentwickelt. Outsourcing und das Abwandern von Betrieben in andere Länder erfordern eine immer effektivere und kostengünstigere Logistik. Neue Vorschriften, technologische Innovationen und Veränderungen im internationalen Handel verändern die einzelnen Lernfelder.
Gibt es Ihrer Meinung nach Ausbildungsinhalte, die eine größere Aufmerksamkeit erfahren sollten?
Verbesserungspotential bezüglich der Menge der Informationen sehe ich nicht. Jedoch bin ich der Meinung, dass man den Auszubildenden manchmal mehr zutrauen sollte.
Was haben Sie nach der Ausbildung gemacht?
Ich bin in den Technikbereich eines großen Luftfahrtunternehmens gewechselt und arbeite dort nun im Wareneingangsbereich. Mein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre werde ich nächstes Jahr aufnehmen.
Vielen Dank, Herr Rasch, für dieses Interview. Wir wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute.
Vielen Dank, es hat mich gefreut.
Lernfelder in der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik
Containerschiffe im Hambuger Hafen