Altenpflege und demografischer Wandel

Bevöllkerungsstruktur um 1910,2013 und die erwatete Entwicklung für 2060 aus gewertet nach Alter und Geshclecht

Der demografische Wandel in Deutschland wird sich auf viele Bereiche der Gesellschaft auswirken. Wenn eine Gesellschaft immer älter wird, weil die Lebenserwartung steigt und es gleichzeitig – aufgrund der nachlassenden Geburtenzahlen – immer weniger junge Menschen gibt, wirkt sich dies aber natürlich insbesondere auf die Altenpflege aus. In nicht allzu ferner Zukunft könnten gut ausgebildete Altenpfleger so gefragt sein, dass diese sich ihre Kunden aussuchen. Pflegebedürftige, die nicht über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, hätten es dann schwer.  Auch die flächendeckende Versorgung von Patienten, die in ländlichen Gegenden leben, könnte in Zukunft schwierig werden.

Eine flächendeckende Versorgung von Patienten, die in ländlichen Gegenden leben, die teils schon heute mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, könnte dann ebenfalls kaum noch zu gewährleisten sein.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln, gleichzeitig kommen durch den demografischen Wandel immer weniger junge Erwerbstätige für die finanzielle Unterstützung von Senioren auf.

Eine Bildungsoffensive in der Pflege ist unumgänglich. Berufsbilder in der Pflege müssen weiter aufgewertet werden, es müssen verstärkt Karrieremöglichkeiten angeboten werden und gleichzeitig sollte deutlich hervorgehoben werden, dass Altenpflege eine bedeutende gesellschaftliche Aufgabe ist.

Es gibt also für alle Beteiligten ein breites Aufgabenfeld in Angriff zu nehmen, um die demografischen Herausforderungen zu meistern. Den Wandel – auch in gesellschaftlicher Hinsicht – wird man nicht aufhalten können. Aber Betriebe, Beschäftigte und vor allem die Politik können und müssen in den nächsten Jahren entsprechende Strukturen schaffen, die Berufen in der Altenpflege mehr Attraktivität verleihen und eine würdige Versorgung von Pflegebedürftigen gewährleisten.

Bundesregierung beschließt Sofortprogramm

Ländliche Idylle

Die Bundesregierung ist sich der Problematik bewusst und hat ein Sofortprogramm für die Alten- und Pflege auf den Weg gebracht. Den knapp 1,1 Millionen Beschäftigten in ambulanten Pflegediensten und stationären Pflegeeinrichtungen soll damit Entlastung gebracht und die Pflegebranche für die Zukunft vorbereitet werden.

Ab 2019 sollen mehr Ausbildungsplätze in der Altenpflege zur Verfügung stehen.

Ein Ziel des Sofortprogramms ist außerdem, es jeder Pflegeeinrichtung zu ermöglichen, bei Bedarf schnell und unbürokratisch zusätzliche Stellen durch einen Zuschlag finanziert zu bekommen. So soll jede einzelne Einrichtung in Deutschland vom Programm der Regierung profitieren.

Auch in der Altenpflege kann und soll die Digitalisierung in Zukunft für Entlastung sorgen. Besonders in den Bereichen Bürokratieabbau der Pflegedokumentation, der Abrechnung von Pflegeleistungen, der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegepersonal und auch der Dienst- und Tourenplanung könnten digitale Angebote unterstützend eingesetzt werden. Ebenso könnte der digitale Fortschritt bei der Aus-, Weiter- und Fortbildung entlasten und innovative Lehrformen mit sich bringen.

Mit einer noch besseren Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Pflegeeinrichtungen soll ebenfalls für Entlastung gesorgt werden. 

Neben den Pflegeeinrichtungen werden im Sofortprogramm auch pflegende Angehörige berücksichtigt. Diese haben durch ihre familiäre Situation oft nicht die Möglichkeit, ambulante Rehabilitationsleistungen, also Leistungen wie Kuraufenthalte, Reha-Maßnahmen oder eine Unterstützung bei einem Erholungsurlaub, zu erhalten.

Insbesondere Kur- und Reha-Behandlungen sind in ländlichen Regionen nicht immer ambulant möglich. Darum soll zukünftig auch in Fällen, in denen aus medizinischen Gesichtspunkten eine ambulante Versorgung ausreichend ist, in Rücksprache mit Krankenkasse und Ärzten, eine stationäre Rehabilitation möglich sein.

Freizeitgestaltung im Alter

Ein weiterer wichtiger Punkt, um die Attraktivität der Altenpflege zu erhöhen und damit auch Anreize für eine Ausbildung in diesem Bereich zu schaffen, ist eine bessere Vereinbarung von Familie, Freizeit und Beruf. Deshalb werden als Impuls für vier Jahre zielgerichtet Maßnahmen in der Kranken- und Altenpflege finanziell unterstützt, die besondere Betreuungsbedarfe jenseits der üblichen Öffnungszeiten von Kitas abdecken oder die Familienfreundlichkeit fördern.

Anregungen gibt es auch von Pflegern und Pflegerinnen selbst. Rein finanzielle Anreize werden von ihnen eher kritisch gesehen. In erster Linie müsse das Pflegepersonal gut ausgebildet sein und – noch entscheidender – Spaß und Interesse daran haben, mit hilfsbedürftigen Menschen zu arbeiten. Nachgedacht werden sollte außerdem über flexiblere Arbeitszeitmodelle, die Bedürfnisse der Bewohner ließen sich schließlich auch nicht in einen festen Zeitplan packen.

Die Sofortmaßnahmen der Bundesregierung sind somit wichtige erste Schritte, um die Altenpflege zukunftsfähig zu machen.

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