Girls’ Day und Boys’ Day

Seit 2001 findet in Deutschland einmal im Jahr der „Girls’ Day – Mädchenzukunftstag“ statt. Dieser Aktionstag soll Schülerinnen einen Einblick in technische und naturwissenschaftliche Berufe geben, um so in Zukunft den Anteil weiblicher Beschäftigter in sogenannten Männerberufen zu erhöhen. Junge Frauen in Deutschland verfügen über eine besonders gute Schulbildung. Trotzdem beschränken sich mehr als die Hälfte der Mädchen bei ihrer Berufswahl auf nur zehn verschiedene Ausbildungen – keine einzige unter ihnen ist aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich.

Am Girls’ Day laden Unternehmen – überwiegend aus der Industrie – Mädchen ab der 5. Klasse ein und geben den Schülerinnen die Möglichkeit Arbeitsplätze in Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnik kennenzulernen. Dabei bietet sich den Schülerinnen in der Regel ausreichend Gelegenheit Fragen zu stellen und selbst aktiv zu werden.

Der Aktionstag ist ein Erfolg: Seit der Einführung des Girls’ Day steigt die Zahl der Ausbildungs- und Studienanfängerinnen im technischen Bereich tatsächlich an.

Die Erfolgsgeschichte des Girls’ Day war jedoch von Beginn an, von der Diskussion um einen entsprechenden Aktionstag für Jungen begleitet. Genauso wie die Schülerinnen, entscheidet sich auch ein Großteil der Schüler für die immer gleichen Ausbildungsberufe. Bei ihnen ist es beispielsweise oft eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder Industriemechaniker. Es gibt aber natürlich viele andere Branchen, in denen männliche Fachkräfte bzw. Bezugspersonen gesucht und auch gebraucht werden. Es ist also absolut sinnvoll, neben dem Girls’ Day, eine an Jungen gerichtete Alternative anzubieten.

Einige Bundesländer haben sich daher schon früh entschlossen einen „Zukunftstag für Mädchen und Jungen“ einzurichten, an dem alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse teilnehmen. Viele andere Städte und Landkreise organisierten in der Folge eigene Angebote, die auch Jungen ansprachen. Unter dem Namen „Boys’ Day – Jungen-Zukunftstag“ fand dann 2011 bundesweit der erste offizielle Aktionstag statt. Schüler haben hier Gelegenheit Berufsbranchen kennenzulernen, in denen eher Frauen arbeiten. Verschiedene Einrichtungen aus den Bereichen Sozialwesen, Heil- und Pflegeberufe und Pädagogik, aber auch Kindertagesstätten, Grundschulen und Altenheime bieten zum Boys’ Day eintägige Schnupperpraktika an. Sicherlich spielt auch hier die Hoffnung, dem Nachwuchsmangel in den Pflegeberufen entgegenzuwirken, eine Rolle.

Umfragen, die vor und nach dem Aktionstag durchgeführt wurden, zeigen beim Boys’ Day bisher noch keine so positive Entwicklung wie der Girls’ Day. In den Befragungen geben die Jungen aber sehr häufig an, dass es ihnen Spaß bereite in diesen Berufen zu arbeiten und diese viel abwechslungsreicher seien, als sie es erwartet hätten.

Es ist also durchaus ein Projekt mit Wirkung und Potential.

Präpration und Untersuchung eines Tiers in der Biologie

Zurück
Zurück

Fußballkultur in Deutschland

Weiter
Weiter

Karneval